stimmten schriftlichen Vorschlag oder Theilungs- plan» vorzulegen und zu begründen, wie sie «auf eine ausführbare, gerechte und billige Art» die Tei- lung bewerkstelligen wolle, insbesondere «1. die Gemeindslasten a) der Wuhrungen b) des Strassenbaues und c) der Beholzung des Pfarrers, des Kaplans und des herrschaftl.[ichen] Müllers, so wie auch d) der allenfallsigen anderen gemeinschaftl.[ichen] Obliegenheiten, als auch 2. der gemeinschaftl.[ichen] Realitäten a) der Waldungen, b) der Auen und Riedern, und zwar vorzüglich und besonders der sogenannten Auen wie nicht minder c) der etwaigen anderen Realitäten, und wobey sie ferner 3. auf alle und jede dabey interessirte dritte Per- son z. B. den Pfarrer, den Kaplan und den Herr- schaftl.[ichen] Müller etc. oder resp. Gemeinden wegen ihren Beholzungsrechten aus den Waldun- gen besondere Rücksicht zu nehmen und rechts- beständig anzuzeigen hätten, wie diese dritte Per- sonen auf eine den Umständen angemessene Art nach Recht und Billigkeit beruhiget werden und abzufinden seyn würden.» Diese Vernehmlassung der Gemeinde Vaduz samt Plan sei vom Oberamt auf ihre Vollständigkeit zu prüfen und anschliessend der Gemeinde Schaan befristet zur Vernehmlassung zu übergeben. Falls diese den Vaduzer Vorschlag nicht für ausführbar oder gerecht erachte, habe sie ihre Meinung genau zu begründen und ihrerseits dem Oberamt einen detaillierten Gegenvorschlag zu unterbreiten. Auch diesen habe das Oberamt genau zu prüfen. Sollte die Gemeinde Schaan keine Stellungnahme abge- ben oder diese unzulässig verzögern, würde «der von der Gemeinde Vaduz vorgelegte Plan in con- tumaciam zur Grundlage der vorzunehmenden Theilung genommen werden». Die Gegenvernehm- lassung der Gemeinde Schaan sei der Gemeinde Vaduz «zur schlüsslichen Handlung, diese aber der Gemeinde Schan zur schlüsslichen Gegenäusse- rung mitzutheilen, und die eingekommene schlüss-liche 
Gegenäusserung der Gemeinde Vaduz zuför- derst noch ad notitiam zu communiciren, sodann aber sämtliche Verhandlungen in Beisein beeder- seitigen Gemeinds-Deputirten zu collationiren und verschlossen anhero einzuschicken». Mittlerweile sei der Gemeinde Schaan «zu ihrer einsweiligen Beruhigung» auf ihre Bittschrift mitzuteilen, dass diese der Gemeinde Vaduz zur Vernehmlassung mitgeteilt worden sei und «nach deren Einlangung und weiteren rechtlichen Verfahren in Sachen er- gehen würde, was rechtens seye». Einstweilen sol- le das Oberamt zwischen den beiden Gemeinden ein Provisorium oder gütliches Einverständnis ein- leiten, «dass sie sich während dieser Verhandlung oder Vorbereitung zu dem abzweckenden Vergleich keine Excessen oder Missbrauch in denen abzu- theilenden Gemeinrealitäten über den bisherigen gewöhnlichen Fruchtgenuss erlauben, weilen an- sonsten ein oder andere Gemeinde bei der nach erfolgtem Vergleich bestehenden Theilung und Uibergaab oder Abtrettung der Realitäten über der- selben einstweilige Deterioration75 wieder eine Be- schwerde führen könnte, folglich die Processe kein Ende nehmen würden». Das Hofkanzleischreiben schloss mit dem Bemerken-, «Diese provisorische Verfügung ist so nothwendig als wichtig, wird aber auch von Seiten des Oberamts am schwersten zu erzielen sein, dahero solche desselben Gutbefund und der Laage der Umstände überlassen wird.» Damit war das Oberamt aufs Eis geschickt. Der Auftrag aus Wien war überaus heikel. Am 8. April 1796 teilte das Oberamt der Bürger- schaft zu Vaduz den Bescheid und Auftrag der Hof- kanzlei wörtlich mit.76 Am 23. April 1796 erhielt die Bürgerschaft zu Schaan vom Oberamt die Vaduzer Gegenäusserung «zu dem Ende zugestehet, dass, wenn sie in dieser ihrer Abtheilungssache etwas besseres und schick- sameres an Händen zu geben im Stande ist, sie solches längstens in Zeit 14 Tagen anher eingeben solle».77 Am 12. Mai 1796 übersandte das Oberamt die Stellungnahme der Gemeinde Vaduz und die Ge- genäusserung der Gemeinde Schaan an die Hof- kanzlei. Vaduz beantragte, dass zuerst, «wie es bey 24
        

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