ZUR BAUGESCHICHTE DES HOTELS LÖWEN - EINER JAHRHUNDERTEALTEN TAVERNE / PETER ALBERTIN Rauchabzug. Fraglich bleibt, wie in der ausge- sprochen engen Küche überhaupt gearbeitet wer- den konnte. Raum 13 wird von einem Kreuzgewölbe über- spannt, das heisst, er tritt durch seine Gestaltung besonders hervor - als wäre er des Bauherrn Pri- vatraum. Ein strassenseitiges Fenster ist nicht nachgewiesen, darf aber im Bereiche des heutigen Fensterausbruches angenommen werden. Zur Stube 14 lassen sich drei Fenster-Sitz- nischen mit je zwei Sitzbänken und südwestseits zwei stichbogige Wand-Sitznischen mit längsge- stellter Sitzbank lokalisieren. Die eigentlichen Fens- teröffnungen und deren Gewändegestaltungen feh- len oder sind verdeckt. Die Wände zeigen hier, als einzigem Raum im Kernbau des 14. Jahrhunderts, Spuren einer Holzverkleidung oder Vertäfelung. Zur Stubendecke sind Auflagelöcher zu drei Unter- zügen oder Deckenbalken erkennbar mit einer Un- terkanthöhe von 469.40 und einem Achsabstand von etwa 2.2 Metern. EIN NORDWESTSEITIGER ANBAU mit den Räumen 15 und 24 wird durch diverse Befunde belegt, doch in seiner ganzen Gestaltung lässt er sich nur ideenhaft aufzeigen. Das Ausmass seiner Grundfläche dürfte jenem Teil des Kellerge- schosses entsprochen haben, das nordwestseits über den Grundriss des muralen Erdgeschosses vorstösst. Über den Kellergewölben lag ein Mörtel- estrich als Gehboden mit Niveau zirka 466.93 zu Raum 15. Um von der Strasse auf diese Erdge- schoss-Höhe zu gelangen, musste wohl strassen- seits eine etwa 1.8 Meter hohe Treppe vorgelegen haben. Auf der Höhe der heutigen Erdgeschoss- decke und im Bereiche des Obergeschosses weist die Südost-Wand je einen etwa 20 Zentimeter breiten, als Balkenlager dienenden Rücksprung auf (Abb. 23). Im Anbau 15/24 hatte zweifellos der Treppenaufgang ins Obergeschoss und ins Dach- geschoss gelegen und er dürfte zumindest teilweise offen gestanden haben, denn die Haustür zum Gang 11 war innenseits verschliessbar (Plan 7). 
DEM OBERGESCHOSS steht eine dem Erdgeschoss entsprechende Raum- teilung mit den Räumen 21 bis 24 zu Grunde (vgl. Plan 6). Das Bodengebälk lag zu allen Räumen auf 15 bis 20 Zentimeter breiten Mauerrücksprüngen auf. Zu den Türen und Fenstern liegen dieselben Befunde vor wie im Erdgeschoss. Plan 5: Fenster mit Sitz- nische um 1380, Innen- ansicht 1:50; Fensterstock hypothetisch 221
        

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