DAS ALTE PFARRHAUS AUF DEM KIRCHHÜGEL BENDERN / GEORG MALIN Achtzechentens, gleichfalls sollen sie, bestands män- ner, ver- / bunden seyn, in den sogenannten Käsenham- mer den slalvo] hlonore] bau ohne / entgeh herzugeben, und zwar daz erste mahl vor daz iahr / 1752 vier fuder, daz andere iahr 1753 zwey, daz dritte iahr 1754 / vier, die übrige iahr aber nur 2 fuder. / Neünzechentens sollen sie der statthalterey 16 gelten einge- / hoblet und eingetrettenes krauth jährlich franco einliefferen. / Zweinzigistens, einem jeweiligen herrn pfarrer sollen sie / nach erheischender nothdurfft ein pferd ohne entgeh / hergeben./ Einundzwainzigistens. wann aber jhro hochwürden und gnaden, herren / praelath zu St. Luzi, Benderische pferd zu seinem gebrauch / anverlanget, soll hochselbiger vor iedes pferd täglich nebst / nöthigen lutter Unterhal- tung des knechts 20 kreüzer reichs- / Währung bezahlen. / Zweyundzwainzigistens sollen sie gehalten seyn, den halben thaill / der ergehenden umkösten [sie] an brun- nen, teichel, zwingen etc. auf sich / zu nehmen, doch sol- len die teichel keines weegs auß unseren / St. Luzi oder Benderischer statthalterey zugehörigen Waldungen / ge- nohmen werden. 23igstens wird ihnen, bestandts leüthen, die Schuldig- keit aufgeleget, / für die statthalterey alles auf dem herd, Öfen, wie auch zum bachen / und waschen nöthige holz auß denen St. Luzi- oder Benderischer statt- / halterey zugehörigen Waldungen oder anderen ihnen, bestands / leüthen, überlasßenen güthern nach anweißung eines jeweiligen / herrn Statthalters herzuschaffen, solches zu hauen, nacher Bendern / zu führen, zu scheitten, in daz holzhauß zu tragen und beügen / zu lasßen ohne minde- ste speesen der statthalterey. Zudeme / sollen sie daz holz fruhezeitig fällen und scheitten ohne geringste / schmä- lerung oder abtrag des zu St. Luzi oder Benderischen statt- / halterey gehörigen holzes, sondern für sich und ihrem, deren / bestands männern gebrauch oder nuzen sollen sie entweder / auß ihren aignen Waldungen oder ihnen daz holz anderstwoher / gezimend verschaffen. Wan aber die statthalterey zu ver- / Schonung aigenthum- licher waldung irgendts woher solte / holz kauffen, sollen sie, bestands männer, gleicher masßen schuldig / seyn, solches zu fällen, herbey zuführen, zu spalten, zu schei- then / und auf zu beügen. / 24gstens, zu auferbauung der wohnung für sie im al- ten hauß sollen / sie sand, kalch, stein, holzfuhren franco zu thuen schuldig seyn. / 25gstens, bey antrettung der gütter soll alles viehe, futter. / gschiff und gschirr etc. inventiert werden und sie folgsam zu / ende der aecordierten iahren all und iedes ihnen übergebenes / sowohl an der zahl alß güte und werth, wie sie solches überkomen, / an widerumb zurük- stellen. / 
26gstens, für die Kapfferische und andere St. Luzia- nische trauben / wird torggel, gschirr und fäsßer dem gottshauß St. Luzi vor- / behalten, sie, anbey bestands- leüth, verpflichtet seyn, die / Kap ff trauben nach alt ge- wöhnlichen gebrauch in den torggel / nacher Bendern zu führen. / 27gstens, von seithen St. Luzi aber soll der torggelmost sowohl / von dem Kapff alß anderen St. Luzi zugehörigen lechen und Weinbergen, / wie bißhero üblich, denen be- stands männern gegeben worden, wor- / gegen sie ver- bunden sollen seyn, den torkhel zu erhalten und / im nothfall zu verbesßeren. / 28gstens, weil man von seithen St. Luzi zu iederzeith denen bahnwarthen / die garben zu geben darwider pro- testiert, verbleibe es / kräfftig bey der protestation. / 29gstens sollen sie ebenfalls die pflicht auf sich haben, den ienigen, / so den flax zechend überlifferet, daz (durch ein misßbrauch eingefürte) / stukh brodt zu geben oder abzustellen, wenigstens beladet sich desßen / daz closter St. Luzi und die Benderische statthalterey im geringsten nichts. / 30gstens, die steyern und anlagen belangend, wird ih- nen, bestands / leüthen, obligen, solche auf die in der steür per 400 gülden ligende güther / abzuführen. 31tens. wie nicht weniger den g(e)schworen trunkh außzuhalten. / 32tens, die büttenen, gschirr und fäsßer, so die statt- halterey zu Bendern / ihnen überlasßet, sollen sie gleicher masßen auf ihre aigne speesen binden / und in baulichen ehren zu erhalten, wie auch, so selbe verwehren, / ande- re guete an deren stell herzuschaffen schuldig seyn. / 33tens, wan etwan durch hochgewitter (davor die un- endlliche gütte / gottes seye) ein allgemeiner sowohl an korn alß wein gewächs, / überlasßene aigene und ze- chendbare güther betreffend, insgesamt / grösten theil verheerend sich ereignete, in solchen fall (und in keinem / anderen) solle daz gottshauß St. Luzi verbunden seyn, den hierauß / erfolgenden halben schaden mit denen b(e)standts leüthen zu ertragen. / 34tens, ein gleiches solle sich auch verstehen bey großer allgemeiner viehe / sucht, es seye unter dem horn viehe oder pferd. / Schliesßlichen und zu mehrerer all obiger puneten bekräfftigung / haben beyde mehrmalen berührte par- theyen, alß jhro hochwürden und / gnaden, herren Nor- bert, abbt des löblichen gottshauß St. Luzi, und der hoch / ehrwürdige pater Udalricus Starzer, prior, in nahmen ermeldeten / gottshauß eines- und der ehrengeachte herr richter Peter Kind, / Michael Kaißer, Dominic Butscher, Michael Ohri und Andreas Heb / änderten theils. sich nicht nur allein aigenhändig unterschriben und / ihre aigentliche signater beygetrukhet, sondern auch ein hoch- fürstlich / Liechtensteinisches oberambt freündlichst er- 199
        

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