ieder bestands mann für alle / und alle für einen ieden gut und verbirget, verpfendet, sezet ein / dem gottshauß St. Luzi zur caution, Versicherung und schadloshal- / tung all ihr vermögen, haab und gut ohne mindesten außnahm / und ohne aller recht und gebrauchen außflucht. / Drittens sollen sie keine neye weeg durch die über- lasßene güther / aufkomen, noch andere alß bißhero und von alten herkhommen übliche / beschwärden denen selben güthern aufbürden oder auflegen lasßen, / mithin liget ihnen ob, alle zihl und marchen, Steeg und weeg, fahr- / und wasßerleithungen, wie auch andere geübte gerecbtsame genau / zu beobachten und selbe band zu haben. / Viertens, damit die übergebene güther nit in abgang kommen, sondern, / wo nicht verbesßert, in iezmahligen baulichen ehren und guten / stand erhalten werden, sol- len die bestands männer schuldig seyn, / daz ganze iahr hindurch wenigstens zwey und zwainzig stukh rind- / vie- he und vier pferd zu erhalten. Zudem sollen sie keines / weegs befugt seyn, den slalvo] hlonore] bau zu verkauf- fen oder auf andere / alß ihnen überlasßene güther zu führen. / Fünfftens, damit aber auß abgang des futhers, heü und strho [sie] sovil / stukh rindviehe und pferd nicht etwan könten erhalten werden, / sollen sie sovil wieß wachs lasßen, alß zu deren erhaltung erklekh- / lieh und nöthig seyn wird. Und auf daz das viehe auch nicht in abgang / gerathe, sollen sie, mehrmalen angefiegte b(e)stands männer. vier / oder fünff stukh iarlich aufzuerziechen ge- halten seyn. Jm übrigen / soll ihnen frey stehen, was und wievil ihnen ersprießlich zu seyn / scheinet, aufzubrechen und mit beliebter frucht anzupflanzen, / iedoch mit dißen vorbehält, daz nicht zuvil zu schmälerung des / futhers aufgebrochen werde. / Sechstens sollen sie gleichermasßen nicht befugt seyn, ein stukh guth / ohne die bißhero üblich verlasßene (alß daz gütle beym Zechenstadfejl / und Abanx wisen) ande- ren zu überlasßen, sondern solche fleißig / und fridfertig mit einander arbeithen. Wan aber die beständer / einen oder mehreren die biß dato von der Benderischen statt- halterey / zusamen genuzte güther zu übergeben für guth ansechen würden, / soll solches ihnen zwar erlaubt seyn, iedoch die güther nicht zer- / glideret, zerstukht und zer- theilt, sondern beysamen gelasßen / und zu machung des slalvo] -hlonore] baus genügsames zechend stroh her- / gegeben werden. / Sibentens sollen sie schuldig seyn, daz gewöhnliche iahrliche schirm stroh / herzugeben und abzuführen. / Achtens sollen erdeütte bestands leüth alle zäunungen der ihnen / überlasßenen güther übernehmen, die zäun verbesßeren und in fall / ein oder anderer derselben zer- fallen oder eingerisßen solte werden, / solchen von neyen ohne mindesten beytrag des gottshauß St. Luzi / aufrich-ten, 
wie auch die mauren in und umb die verliehene güther / nach erheischender nothdurfft ergänzen oder, wan solche gar einfallen / solten, von neyen auf dero aig- ne kosten aufrichten lasßen. / Neuntens solle ihnen obligen, die zu Gamprin, Eschen und Bendern / St. Luzi zugehörige grund zins, wie auch die lechen frucht von Johann / Büch(e)l, Ferch söhn, Ste- phan Kind, Lorenz Wagner und Antoni Walser / zu Schan, einzuziehen und anstatt des eingezogenen kerns sovil / viert(e)l oder maaß, alß selbes ertraget, auß widumbs fesen gerölten / kern nach belieben eines jeweiligen herrn Statthalters her zu geben. / Zechentens sollen sie verbunden seyn, all und iedes korn, so dem / gebrauch und nothdurfft der Benderischen statthalterey dienlich, / in und auß der mühle ohne entgelt zu führen. / Eilfftens, weilen der zehend zu Abanx, Schellenberg, wie auch / der Benderische weinberg auf etliche iahr verlasßen seynd, / soll ihnen freystehen, entweders den getroffenen aecord beyzu- / halten, oder mit denen be- ständeren mit guter manier abzukomen. / Zwölfftens soll ihnen erlaubt seyn, ein oder anderer particular / persohn an ein oder dem anderen orth die zechend zu verlasßen, / keines weegs aber einer ganzen gemeind. / Dreyzechentens sollen sie gehalten seyn, daz alte hauß, so zu ihrer / wohnung meistens überlasßen wird, wie auch den Zechend stad(e)l, / die ganze bestallung zu Bendern, hütten und scherm auf der alp / an tach und fach in baulichen ehren zu erhalten, und was / nothwen- dig seyn wird, verbesßern, auch in zerfallens begeben- / heit auf aigene kosten aufbauen zu lasßen. / Vierzechentens, was an pach- und waschhauß zu ver- besßeren, / soll daz gottshauß St. Luzi hierzu ziegel, kalch etc. hergeben und / den maurer bezahlen, die bestands männer aber ziegel, kalch, / stein, sand, holz etc. herzu- führen und handzulangen schuldig seyn. / Was aber die slalvo] hlonore] schweinställ betriffet, behaltet die Ben- / derische statthalterey die 2 hölzerne, ihnen, bestands leüthen, / die andere überlasßend. Ybrigens soll ieder thaill verbesseren / lasßen, was er nuzet, iedoch sollen sie, bestands männer, die er- / forderliche fuhren zu thuen verpflichtet seyn. / Fünffzechentens sollen die beständer der statthalterey milch, but- / ter, käß, hüner, obs oder andere frücht in gangbaren preiß zu- / komen lasßen. / Sechzechentens solle selbigen obligen, zwey oder drey fuder most / iahrlich (2 kreüzer daz viert(e)l unter der steur) der statthalterey / auf dero begehren herzugeben. / Sibenzechentens sollen sie für die der statthalterey vorbehaltene / gärten genügsamen slalvo] hlonore] bau zu dero anpflanzung ohne bezahlung / darzugeben und solchen in die gärten zu führen oder zu tragen / die pflicht auf sich haben. / 198
        

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