DAS ALTE PFARRHAUS AUF DEM KIRCHHÜGEL BENDERN / GEORG MALIN Andertens verleichen jhro hochwürden und gnaden, herr abbt Nor- / bert, und löbliches gottshauß St. Luzi obangezogenen bestands männern / alle slalvo] hlonore] kühe und übriges rind viehe nach tenor und inhalt des / jnventarii, wie auch 4 pferd sambt aller zugehör an gschiff und gschirr / und übrigen werkhzeüg, so zur an- bauding) und anpflanzung der überlasßenen / güther, wie auch zu einsammlung der feldfrüchten nothig und de fac- to / bey handen seind. / Drittens wird ihnen überlasßen daz alte hauß, iedoch mit vorbehalth des / großen kellers und zweyer zimmer alß des dermahlen von herrn pfarrer / bewohnten und gleich darneben stehenden. Daz übrige ganze hauß alß / der alte keller, torkh(e)l sambt denen der statthalterey aigenthumlichen / büttenen und züber, auch darneben stehenden zimmer, nicht minder die / drey oder vier noch übrige zimmer und korn boden werden denselben / gleichfahls zu dero gebrauch überlasßen. Es verpflichtet sich aber / daz gottshauß St. Luzi auf aigene speesen de- nen selben zu dero noth- / durfft ein kuchel und stuben in angezogenen alten hauß erhauen / zu lasßen. Anbey aber solle ihnen, bestands männern, heiter und / klar ange- dungen und sie verpflichtet seyn, wofern in den ihnen / angewißenen Wohnungen entweder durch sie oder ande- re in solche / Wohnungen eingelasßene jnsasßen auß straff- und schuldbahrer / nachlasßigkeit oder überse- chen feyer (welches der gütigste gott / miltest abwende) außkomen und hiermit Benderischer statthalterey / oder anderwerts hierauß ein schaden entstehen solte, solchen schaden / auß aignen mittlen zu vergüthen und abzu- tragen. / Viertens, daz große hauß oder die sogenante statt- halterey solle auch ein- / zig und allein denen ieweiligen patribus, herren Statthalter und pfarrer / zum gebrauch und wohnung dienen. / Fünfftens werden ferners ihnen, bestands männern, überlasßen der große / stadfejl zu Bendern mit aller be- stallung und behaltnußen, der Zechen / stad(e)l, hütten und scherm auf der alp, daz wasch und bach hauß aber soll / sowohl der statthalterey zu Bendern alß ihnen gemein seyn, alwo / abermal die erst oben angesezte bevvandtnuß und condition, bey / einer etwanig (so doch gott abwende) auß ihrer, der bestands / männern, oder derer von ihnen gesezten jnsäsßen schuld sich ereignen- den / feyers brunst, erneueret und außtrukhlich beygefie- get seyn solle. / Übrigens soll die holzbehaltnuß alleinig der statthalterey reserviert / seyn. / Sechstens werden offtgeclachten bestands männern verliehen alle der / pfarrey Bendern zufallende zechende an fesen, roggen, gersten, / waizen, türkhen, bohnen, erb- sen, hanff, flachß, hirsch, fenkh, rueben, / grundbühren, obs, moost, hüner, slalvo] hlonore] schwein etc., in sum- ma all und iedes, / so in Benderischen, Gamprinischen, 
Roggellischen, Abanxischen, Freschischen, / Schellenber- gischen, Abergischen und Schönbüehlischen güthern fal- let, was / gattung, nahmens und zechenbahres immer solches seyn mag, mit allem / recht und bezüechen, wie es die Benderische statthalterey bishero / yblich bezochen, gerechtsamet und eingesamlet hat. Diß alles / yberlasset und verleichet ein hochwürdig gnädiger herr abbt / und löbliches gottshauß St. Luzi denen offt angeregten be- stands männern / zu nuzen, zu geniesen und zu bezie- chen nach ihren aigenen belieben / und dergestalten, daz sie die überlasßene güther anpflanzen, anbauen, / arbei- then, alle frücht und gewächs, wie auch alle zechende ein- samlen, / für sich behalten, verkhauffen und mit selben nach aigner willkhur / schalten und walthen, die slalvo] hlonore] kühe nuzen, die pferd und all darzue / gehörige gschiff und gschirr, wie auch daz gschiff und gschirr zum / sennen sowohl zu Bendern alß auf der alp die ganze währende zeit / des aecords und bestand contracts ge- brauchen mögen. / Dißer aecord aber solle sich auf acht iahr und nicht länger noch kürzer / erstrekhen, nach deren verfliesßen es beeden theilen frey stehet, / solchen contract wider zu erneueren, oder, wofern nicht beliebig, / solchen neyer dings zu bevestigen, soll er völlig aufgehoben und die / freye disposition der überlasßenen güther und all übriger verliehener / nuzbarkeiten dem gottshauß St. Luzi heimb- gefallen seyn. / Worgegen und in ansechen der verliehenen güther, ze- chenden und anderen / überlasßenen nuz und gnusß ver- pflichten und verbinden sich die be- / Stands männer zu folgenden Schuldigkeiten alß: / Erstens verpflichten und verbinden sich selbige, daz sie dem gottshauß / St. Luzi in der statthalterey zu Ben- dern in drey terminen an gueten, / gangbaren und ge- wichtigen gelt baar erlegen wollen jährlich / ein tausent und zwey hundert gülden reichs Währung, welche be- / Zahlung auf nachfolgende terminen gesezt und vestgestel- let ist, / alß auf daz fest des heiligen Martini 1751: gülden 300, / auf St. Jörgi tag 1 752: gülden 400, / auf St. Johann Baptista tag 1752: gülden 500, summa: 1200. / Und also in ferneren jähren biß der contract geendet, dergestalten, daz / die zu bezahlende letste gelt summa auf daz iahr 1759 auf St. Johann / Baptista fest dem gottshauß St. Luzi gänzlich abgeführt seye. / Wan aber die Benderische statthalterey von einem bezahlungs / terminn zum ande- ren von ihnen, b(e)stands männern, an gelt oder gelts werth / etwaß empfangen solte haben, soll ehevor ein nöthige rechnung mit / einander gepflogen und waß emp- fangen worden, bey dem bezahl- / ungs termin abgezogen werden. Es soll auch ein iede bezahlung / ohne speesen sowohl des gottshauß alß der statthalterey geschechen. / Andertens, damit daz gottshauß St. Luzi wegen rich- tiger bezahlung / genugsam versicheret seye, stehet ein 197
        

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