DAS ALTE PFARRHAUS AUF DEM KIRCHHÜGEL BENDERN / GEORG MALIN körnigem Ton mit rötlicher Bemalung dürfte hoch- mittelalterlich sein, und das Randstück einer hand- geformten, unglasierten Becherkachel entstand im 14. Jahrhundert. Aus dem gleichen Zeitraum stammt eine unglasierte Spinnwirtel mit Zierrille (Abb. 57). In das 15. Jahrhundert kann ein Randstück einer grünglasierten Ofenkachel datiert werden/'0 Im Raum 3 lagen in einer Auffüllschicht über gewachsenem Grund Keramikstücke aus dem 16. und 17. Jahrhundert.61 Immer wieder stiessen die Ausgräber auf Fund- stücke grünglasierter Ofenkacheln, Zier- und Deck- leisten sowie Bruchstücke von Bekrönungskacheln aus dem Ende des 16. und aus dem 17. Jahrhun- dert. An der äusseren Südostseite des Pfarrhauses kamen 1977 zahlreiche Stücke derartiger Keramik zum Vorschein. Die Ware lag vor allem in umge- schichteten Erdmassen.6- Bemerkenswert ist die Beobachtung, nach welcher über einer aus reinem Löss bestehenden Eindeckungsschicht auf dem Gewölbe des Kellers 2 eine zweite, 30 cm starke schwarze Aufschüttung - stellenweise mit Bau- schutt durchmischt - Keramik aus dem 16. und 17. Jahrhundert enthielt. Der gewölbte Keller kann in seiner jetzigen Erscheinungsweise nicht älter sein.63 Es macht den Anschein, dass diese ver- unreinigte Schicht nach 1683 auf die Isolations- schicht aus reinem Löss geschüttet worden ist. Die grünglasierten Ofenkacheln konnten aufgrund eines Fundes im Südgarten der Statthalterei mit 1683 genau datiert werden. Zur Datierung von Bauvorgängen im genannten Keller (2) dient ein Wand-Randstück mit innen und aussen brauner Glasur, beigem profiliertem Rand und einem Ge- fässinnern mit Blütenzweig-Dekor und gelben Tup- fen. Das Stück lag am Boden an der südwestlichen Kellerwand, satt eingebettet im Mörtel, der beim Verputzen der Wand auf den Boden gefallen war. Die Beobachtung verdeutlicht, dass im 19. Jahr- hundert im Keller 2 Verputzarbeit geleistet wor- den ist.64 
Abschliessend sei auf einen 4,5 cm langen und 3 cm breiten graugrünen Feuerstein (Abb. 58) ver- wiesen, dessen Rückseite glatt ist und welcher an der linken Vorderseite deutliche Retuschen auf- weist. 
6r> Zusammenfassend kann man bemerken, dass die Grabungsfunde von Einzelobjekten nicht be- sonders zahlreich und - wenn man von der karo- lingischen Bronzefibel absieht - von eher geringer Bedeutung sind. Wegen der sekundären Lagerung der Keramik kann dieser zur Datierung baulicher Vorgänge an sich nicht allzuviel abgefordert wer- den. Die Konzentration der Keramikfunde auf den Zeitraum 16. bis 18. Jahrhundert passt allerdings in der Zeitstellung mit den bauanalytischen Erhe- bungen gut zusammen. 60) Tagebuch des Autors. 6. Oktober 1977 und 5. März 19^9. 61) Ebenda. 16. März 1979. 3. November 1989, 25. Mai 1990. Nachgrabungen. 62) Ebenda, 24.. 29.. 30. September 1977. 63) Ebenda, 23. Februar 1979. 64) Ebenda. 14. März 1979, Nachgrabung. 65) Ebenda, 26. September 1977. 195
        

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