Gapetsch27 schnurgrad der BarthlenGrossGassen28 zue» (fahren) «und sich der Gemainen Aw des Fah- rens halber, es seye mit vollem, und lährem Waa- gen, wie von altershero, bemüssigen». - Die «schaner aber»29 sollten «ihren gewohn- lichen abranckh nehmen auff die wisen Gassen30, unnd alldan fern eines ieden schaden unnd Nach- theill fahren, unnd in dem Weeg verbleiben». - Die «Speckner31 unnd «Lindawer»32 sollten das Ried in Stegen und Wegen «zum wenigsten Scha- den» gebrauchen und «nit einem weeg nachfah- ren».33 Im Feld «Boffel»34 aber sollten sie keine Fahrrechte haben. Allenfalls zugefügter Schaden sollte gebührend abgetragen werden. Diese Auteilung und Fahrregelung aus dem Jah- re 1704 zeigt es: Der Boden der Talebene wurde damals von den Bewohnern von Schaan und Vaduz gemeinsam genutzt. Die als Heuwiesen zur priva- ten Nutzung eingelegten und ausgegebenen Auteile wurden von allen Hofstätten der beiden Dörfer aus benutzt. Die Nutzung wurde in einer gemeinsam beschlossenen Gemeindsordnung geregelt. Ähnlich wie der Talboden wurden auch die Wäl- der von Schaan und Vaduz gemeinsam genutzt. 1530 erliess Graf Karl Ludwig von Sulz eine Ord- nung über die Bannung der Wälder in Vaduz und Schaan. 1559 gaben sich die beiden Dörfer eine von der gräflichen Obrigkeit genehmigte Holzord- nung.35 Sie wurde später im wesentlichen unver- ändert verschiedentlich bestätigt und diente sogar als Vorlage für die hohenemsische Waldordnung für die Herrschaften Vaduz und Schellenberg. Da- nach hatte jede Hausstätte jährlich ein bestimmtes Quantum Brennholz zugut. Bau- und Zimmerholz durfte nur auf Anweisung der Geschworenen ge- schlagen oder verkauft werden. Ähnlich wie in den Auwäldern waren auch in den Wäldern am Berg- hang eigens bestimmte Partien in Bann gelegt. Hier war der Holzschlag verboten.36 Vor der Ende des 18. Jahrhunderts erfolgten Bodenteilung zwischen den drei Dörfern kann man die Nutzungs- und Besitzverhältnisse zusam- menfassend so schildern: Private Eigengüter befan- den sich im engen Bereich der dörflichen Sied- lungen, die durch Zäune vom angrenzenden Ge-meinland 
abgetrennt waren. Am Rande der Dörfer und auf geeigneten Lagen des Talraums gab es ebenfalls intensiv genutztes Land (Wiesen, Äcker, Gärten). Es handelte sich um zugewiesenes Ge- meingut. Auf den ursprünglich gemeinsam, in dieser Zeit aber privat und intensiver genutzten eingelegten Flächen, den sogenannten Gemeinds- teilen, haftete das Atzungsrecht. Diese mussten im Frühjahr und Herbst für den gemeinschaftlichen Viehtrieb, für die sogenannte Gemeinweide geöff- net werden. Die grossen Flächen des nicht einge- legten Gemeingutes (Auwälder, Auwiesen, Streue- und Weideriede) wurden gemeinsam genutzt. Vieh- auftrieb und Nutzung wurden von den Geschwore- nen der drei Dörfer geregelt. Die gemeinsame Nutzung der Gemeinheiten gab immer wieder Anlass zu mancherlei Auseinander- setzungen zwischen den benachbarten Dörfern. Bald ging es um die Holz- und Weidenutzung, bald um die Verteilung von Lasten und Pflichten, wie Unterhalt von Wegen, Brücken, Zäunen und Wuh- ren. Mit dem Wachstum der Bevölkerung wurde es nötig, Gemeindsteile für neue Hofstätten bereit- zustellen. So wurden denn nach gemeinsamer Ab- sprache in Schaan und Vaduz weitere Teile des ge- meinschaftlich genutzten Talbodens eingelegt und in den privaten Nutzen verteilt. Gemäss Gemeinds- brief von 174037 gab es Mühleholz-, Äule(Au)-, Rüti- und Gartenteile. Eine LIaushaltung, die von allen Teilen nutzte, hatte jährlich zwei Gulden zu bezah- len. Jede Einlegung bedeutete eine Schmälerung des Gemeingutes. Die Mehrheit der Gemeindsleute, die alte Gemeindsteilungen nutzten, wehrten sich gegen eine weitere Verringerung des für den ge- meinsamen Nutzen verbliebenen Bodens. So er- gaben sich Spannungen, nicht nur zwischen den Nachbarschaften, sondern auch innerhalb dersel- ben. Die Mehrheit der Viehbesitzer, die bereits über alte, zum Sondernutzen gewordene Genieindsteile verfügte, stand einer Minderheit von Haushaltvor- ständen gegenüber, die teils schon seit vielen Jah- ren vergeblich auf eine Gemeindsteilung warteten. Solche Ungleichheiten schürten Hass und Streit in 14
        

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