Abb. 30: Südecke des CD Kellergewölbe A Raumes A 5 Keller 2 (2) SW-Mauer der Giebelfront. Untere Fundamentlage gegen Erde u. Schutt gemauert. / Einfüll- material auf Keller- gewölbe (3) SW-Mauer / Giebel- wand weist hier Vorfundament auf (4) Steinsichtig verputzte SO-Fassadenmauer stösst stumpf an 
Jahrhunderts noch - im Gegensatz zu heute - in seiner ganzen ursprünglichen Grösse und Ausdeh- nung genutzt worden sein. Die Pächter waren verpflichtet, das alte Pfarr- haus und die Stallungen baulich zu unterhalten und was «nothwendig seyn wird, verbessern, auch in zerfallens begebenheit auf aigene kosten auf- bauen zu lassen». Die Instandhaltung des Torkels samt Zubehör war eigens ausbedungen. Der Ver- trag galt für acht Jahre und wurde bis 1786 immer wieder erneuert. Im Jahr darauf trat die Gemeinde Gamprin-Bendern als Vertragspartnerin mit dem Kloster auf.37 Immer häufiger wurden die Gemein- den der Herrschaft Schellenberg zu Vertragspart- nern mit den Mönchen von St. Luzi. Es handelte sich dabei vor allem um Zehnterträgnisse. Die letz- ten Abmachungen datieren aus der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.38 Es liegt nahe, dass zu dem Zeitpunkt, als Ge- meinden der Herrschaft Schellenberg anstelle von Privaten als Vertragspartner mit dem Konvent auf- traten, Wohnrechte im alten Pfarrhaus nicht mehr Vertragsgegenstand waren, und dass spätestens nach 1786 das Haus mangels Nutzung durch Päch- ter für den Pfarrer allein zu gross war und langsam zu zerfallen drohte. Deshalb nehmen wir an, dass die ältesten und baufälligen Teile des Hauses in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts abgebro- chen wurden. Dabei handelt es sich um das Kom- partiment an der Südwestseite des Gebäudes mit den Räumen auf dem Grundriss des Kellers 1. Der Keller (la) wurde eingefüllt. Der südliche Teil des Kellers (lb) diente während der Bauzeit als Kalk- grube. In das Auffüllmaterial des Kellers legten die Bauleute im Südbereich Fundamente für einen Schopf oder sonstige provisorische Bauten (vgl. Abb. 10, 12). Die nordöstliche Kellermauer des abgebrochenen Kellers (la) blieb stehen. Über dem Gewölbeansatz der Kellerwand konnte im Süd- bereich noch auf zirka 1,80 m Höhe älteres Mauer- werk aus den früheren Bauperioden weiterhin verwendet werden; es fiel gegen Westen hin dann allerdings bis zirka 1 m über Geländehöhe ab. Auf diesen Mauerresten bauten die Handwerker die heutige Giebelfront auf (Abb. 32, 50, 52), eine 176
        

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