DAS ALTE PFARRHAUS AUF DEM KIRCHHÜGEL BENDERN / GEORG MALIN Bohlen. Ferner diente der Raum 3 zur Erschlies- sung der nordöstlich tiefer gelegenen Räume. Das natürliche Gefälle gegen Südosten wurde mit Auf- füllmaterial planiert. Die reichlich vorhandenen Brandreste auf dem Gehniveau könnten ein Hin- weis auf eine Nutzung als Küche sein. In der Ostecke des Raumes 3 stiessen die Aus- gräber auf eine gemauerte Türschwelle (467.82), und zwar 1,23 m unter dem Ausgangsniveau des Stallbodens (Abb. 17). Die Schwelle liegt auf einem lehmigen Puffer unmittelbar über dem nach Osten abfallenden glatten Fels. Zwei mit Stockziegeln ge- mauerte Türgewände bieten eine Öffnungsbreite von 90 cm an, und ein eiserner Türhaken weist daraufhin, dass die Tür sich gegen den Raum 4 hin öffnete. Zum abgetieften Eingang führte im Raum 3 über anstehenden Fels ein ebenfalls 90 cm breiter Gang, dessen Südwestwand ein 1,70 m langes Mäuerchen ist, welches mit aufgeschüttetem Erd- reich hinterfüllt wurde. Es muss sich hier um einen Abgang zum Raum 4 handeln, dessen Boden wiederum der allenthalben vorhandene geschliffene Fels war. Allfällige Risse und grobe Unebenheiten sind auch hier mittels Lehm planiert worden. Die Grundrissform des Raumes 4 dürfte dem des baugeschichtlich nach- folgenden Raumes entsprochen haben. Der Einbau eines Jauchekastens im 19. Jahrhundert störte hier den Befund. Das kellerartige Kompartiment (Raum 4) beachtete während der frühen Geschichte des Hauses die gegenwärtige südöstliche Begrenzung gegen den Flur 1 (Raum 1) hin. Das Gehniveau von Raum 4 befindet sich 35 cm unter demjenigen der nachfolgenden Steinpflästerung (468.1.4; Abb. 6). Die mit einer Tür versehene südwestliche Mauer des Raumes 4 durchquerte die volle Breite des Hauses. Sie endet in rechtwinkligem Ansatz an der südöstlichen Aussenmauer, mit welcher sie - wie schon erwähnt - im Verband ist (467.25), nicht aber in der Südecke. Dies deutet darauf hin, dass die südliche Fortsetzung der Südostfassade in einer anderen Bautechnik bestand. Es liegt ferner nahe, in der geschilderten Flügelmauer bei der Tür zum Raum 4 hin ebenfalls eine Weiterführung parallel zur eben beschriebenen Mauer zu vermuten, zumal 
Steinstellungen im Fundament des kritischen Be- reichs diese Vorstellung stützen. Lange Zeit ver- muteten die Ausgräber hier eine Tür; die Steinstel- lungen aber wiesen nur auf einen Durchgang hin. So bildeten die beiden nur 90 cm voneinander getrennten Wände einen schlauch artigen Treppen- raum, quer durch den Flausgrundriss. Die Höhen- differenz von zirka 1,30 m konnte über ein Podest in der Mitte leicht überwunden werden (468.34/ 467.04). Auf dem unteren Felsboden muss sich die Tür zum Keller 2a befunden haben (Abb. 13). Der grosse gewölbte Keller 2 bestand damals noch nicht. Demnach lagen, dem felsigen Baugrund ge- schickt angepasst, in abgetreppter Staffelung, zwei Räume auf dem nackten Fels, erschlossen von der vorgestellten Treppenführung. Es bleibt noch der Frage nachzugehen, was es mit den Räumen 8 und 9 auf sich hat, die über den beiden kellerartigen Räumen 2a und 2b lagen und deren Bodenauflage bei der Vorstellung der darun- ter liegenden Kellermauern erwähnt worden ist (Abb. 19). Diese Frage kann erst in der Beschrei- bung der Bauperiode 3 behandelt werden. Die rheinseitige Fundamentaussenkante der Nordwestfassade liegt in wilder Unordnung über dem glatten Felsen im Erdreich. Nach zirka 6 m, von der Nordecke des Hauses aus gemessen, scheint die Fundation der Nordwestmauer förmlich B 112 
114 B' 467.00 Abb. 17: Profil der Ostecke | 1 1 1 des Raumes 3 mit Eingang 0 0.5 1 1,5 m zu Raum 4 163
        

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