bauschende, unliechtensteinische Bewegung, die das Land in Gefahr gebracht habe. Gemeint war die einheimische nationalsozialistische «Volksdeut- sche Bewegung in Liechtenstein», die von 1938 bis 1945 bestand, 1939 einen Anschlussputsch ver- suchte und vor allem von 1940 bis 1943 lautstark hitlerdeutsch agitierte. Dort seien «die Schuldigen unter den Einzelgängern zu suchen». Das Land und das liechtensteinische Volk aber hätten von Anfang an und dauernd ihre «grundsätzliche Ein- stellung» gegen die «grosse Lüge» und die «faszis- tische Idee» jener Bewegung gestellt. Der «Volksblatt»-Leitartikel verfocht zugleich eine innenpolitische Stossrichtung, indem er die tatsächliche nationalsozialistische Nährlösung für die einheimischen Spione geisselte und auch indi- rekt herausstellte, dass das «Liechtensteiner Vater- land» und mit ihm die Vaterländische Union, deren Führung weniger Distanz zur «Volksdeutschen Be- wegung» hielt, diesen Zusammenhang verschwieg. Am 31. März 1944 berichtete das «St. Galler Tag- blatt» kurz unter dem Titel «Zwei neue Begnadi- gungsgesuche von Landesverrätern», dass Quade- rer und Roos Begnadigungsgesuche eingereicht hatten, diese aber erst in der Junisession der 
Bundesversammlung behandelt werden könnten, so dass sie solange zuwarten müssten. Einen Tag später brachte das «Liechtensteiner Volksblatt» die amtliche Mitteilung, Major Pfisters Gnadengesuch sei mit 210 zu 15 Stimmen abgelehnt worden. Den liechtensteinischen Lesern stand vor Augen, was Quaderer erwarten mochte. Danach blieb es einen Monat still. Anfang Mai 1944 folgte ein neuer Artikel zum Thema, der unter anderem am 3. Mai in der «Ost- schweiz», am 4. Mai im «Liechtensteiner Volks- blatt» und am 5. Mai im «Werdenberger & Ober- toggenburger» - wo der Schlussabsatz wegblieb - erschien, mit dem überall gleich lautenden Titel: «Verräter bitten um Gnade». Darin werden die drei Todesurteile gegen Quaderer, Roos und Kranz kurz rekapituliert - mit Namen -, das Verfahren betref- fend Kassationsbeschwerde und Begnadigung er- läutert und der Zusammentritt der Begnadigungs- kommission in Bern auf den 24. Mai angekündigt. Kranz habe weder Kassation noch Begnadigung begehrt, da er landesabwesend verurteilt sei und daher die Strafe nicht zu fürchten brauche - «we- nigstens vorläufig». Der Autor, offensichtlich ein Schweizer Korrespondent, stellt danach Überle- Einzeltäter und Verant- wortung der NS-Bewegung im Lande: Leitartikel im «Liechtensteiner Volks- blatt» vom 1. April 1944 
Staat - äfolf 
- tätmtlQanw Ii Sie unter öem 18. SOitirä burd) bas fdjroeü ;aifche Jerritorialgericfjt 3B erfolgte 33crur= teilung oon Siecfjtenftetncrn megen Mitarbeit an einer umfnngreid)en Spionageorganifation tat im fianbe allertjanb unangenehme (Befühle londinerufcn. 3n foleben 3ufaminent)cingen •miroc ber Siame 2iecf)tenftein beffer nidjt ge» minnt. aud) in ber uns befreunbeten Sdjroeis nicht, ober beffer gefagt, gerabe beshalb nidjt, rotil roir in 2iecbtenftein auf ungetrübte Se= .üchungen 3toifctjen ben beiben Sänbern ben (iröjjt e n SB e r t legen. 9!ur roiberftrebenb haben roir bie über ben fttjetn an un» - neuen 2ln:ragen beon»*-—' Sern fl»»~:'' 
• 3eir. bn eine folctje JBeroegung" infolge ber ] aufsenpolitifcfjen Äonftellation für bas 2nnb i ©efahren in fid) bergen mufcte, bereit fBröfte niemanb ermeffen ftonnlc. Unb felbft bei aller S3orfid)t ber §anbt)nbung poiitifdjer 97cad)tmit' tel honnte bas SSoIh nid)t anbers. als fid) ge- gen biefe grofje 2üge (teilen, es aijiite bic ©e= fafjren unb begegnete bem unlauteren SScgin» nen burd) bic bem 2iechtenfteincr eini'"- " meffenheit. 2Bcnn ffiinseloö"— oergingen unb R* *' 3U' bi» «• • üinftellung fd)ul« lie Mntroort auf bi» Srage, rote folebe fKo- iwnldxiften auf Iied)teii|telntfcbem ©oben eine *"«icheruna. erfahren konnte, ift in ber fcl- "»tfrittfl»n m a I o f e n Hufbaufdjung. einer '•"Wanna" gegeben, bie. roie roir biet roie< -NrJuti feftfttlltcn. in unfetem äütftentum wn flnfanri an heine ff^iftenjbitre*«— tot», »od» m»br. Gl» —' J.vifafcl tf - • " 134
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.