15. bis 18. Jahrhundert: Nutzungsstreit um die gemeine Mark - Entstehung der Gemeindegrenzen Allmähliches Wachstum der Bevölkerung und der Siedlungen liess das ursprünglich unbeschränkte Gut der gemeinen Mark mit der Zeit zum be- schränkten Gut werden. Bei der Nutzung des Gemeinlandes kam es zu Zusammenstössen zwi- schen den benachbarten Dorfgenossenschaften. Nutzungsgrenzen wurden festgelegt. Aus fortge- setzten Streitigkeiten um die Nutzung resultierte schliesslich die Aufteilung der gemeinen Mark an die einzelnen Nachbarschaften. Im folgenden soll dieser Prozess anhand der Nutzungs- und Besitz- verhältnisse im Schaaner Kirchspiel vom 15. bis ins 18. Jahrhundert verfolgt werden. DER TALRAUM DIE GRENZEN NACH AUSSEN Im Talraum waren die Grenzen des Kirchspiels nach aussen mit Ausnahme des unsicheren und stets umstrittenen Grenzverlaufs am Rhein im wesentlichen seit langem abgesteckt. Nur verein- zelt kam es zu Nutzungskonflikten mit den Nach- barn. So entschied 1481 Freiherr Sigmund von Brandis Streitigkeiten zwischen den Kirchspielen Eschen-Bendern und Schaan-Vaduz um Holznut- zung und Viehweide hinter Planken. Das den Kon- fliktparteien künftig alleinig zugehörende sowie das von ihnen gemeinsam zu nutzende Gebiet wurde durch eine mit Marksteinen gesicherte Grenze festgelegt.6 In einer Urkunde aus dem Jahre 1497 über Weidestreitigkeiten zwischen Triesen und den Wal- lisern am Triesnerberg wird die offensichtlich nie umstrittene Grenze zwischen Vaduz und Triesen genannt: «... ab wert gegen Trysen Rüffen Egg jn Aschlinnen zun unnd dann daselben grede usshin jn das tobel, das zwüschend den Vadutzer und den Tryssneren schnürrichtigs usshin gat ...».7 1592 wurden von Graf Karl Ludwig von Sulz Streitigkeiten zwischen Schaan-Vaduz und den Leuten im Rotaboda am Triesnerberg um Viehwei- de und Obstnutzung im Erbi entschieden. Auch 
hier wurde das den Konfliktparteien künftig allei- nig zugehörende sowie das von ihnen gemeinsam zu nutzende Gebiet durch eine mit Marksteinen gesicherte Grenze festgelegt.8 DIE EIGENTUMS- UND NUTZUNGSVER- HÄLTNISSE INNERHALB DES KIRCHSPIELS Zunächst ist auf 
die Sonderstellung von Planken innerhalb des Markverbands hinzuweisen. Schon früh gab es Streitigkeiten, in denen Planken den Dörfern Schaan und Vaduz entgegen stand. So wies ein von Graf Rudolf von Sulz 1513 besiegelter Ver- gleich Vaduz und Schaan das Recht zu, «wie bis- her» die Plankner Wälder in Bann zu legen. Die Plankner durften lediglich Brenn- und Bauholz für eigenen Bedarf schlagen, Bauholz nur an Vaduz und Schaan verkaufen. Rodungen durften sie nur mit Bewilligung der Vaduzer und Schaaner vorneh- men. Schliesslich wurden auch der Weidgang und das Obstleserecht für die Plankner geregelt.'' 1596 klagte Planken wegen des Obstleserechts erneut gegen Schaan und Vaduz. Planken wurde das Recht innerhalb festgelegter Grenzen zugestan- den.10 Holz-, Weide- und andere Nutzungsrechte wa- ren auch später bis zur Aufhebung der Mark und Aufteilung des Gemeinbesitzes Gegenstand einer Reihe von Konflikten zwischen Planken und den beiden Dörfern im Tal. Planken blieb aber bis dahin mit der Mark verbunden. Wenn im Kirch- spiel Gemeinbesitz «eingelegt» und zur privaten Nutzung ausgegeben wurde, erhielt jeweils auch Planken seine Gemeindsteile zugewiesen. So be- schlossen 1738 die Gerichtsleute und Geschwore- nen von Vaduz und Schaan, jeder der 28 Haushal- tungen von Planken 200 Klafter Land zuzuteilen." Noch 1794 teilten die Bevollmächtigten von Schaan und Vaduz der Gemeinde Planken auf ihr Ansu- chen hin zu bisherigen 11 an der «Melchegg» gele- genen Gemeindeteilen 17 neue zu.12 Die erwähnten Streitfälle sowie der Umstand, dass Planken weder in den Ordnungen über Wald- und Aunutzung noch bei Alpkäufen, -Verkäufen 8
        

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