Organisation, deren Zweck ihm bekannt war. Be- sonders schwer wögen die Einbrüche ins Platz- kommando sowie die Beschaffung und Weitergabe von Angaben über den Chiffrierverkehr, über Funkstationen, über den Standort einer Telephon- station des Armeestabes und über den Reduit- standort des Armeehauptquartiers im Kriegsfall. Trotz seines jugendlichen Alters von 21 Jahren beim Beginn seines Tuns sei sich Quaderer der Tragweite seiner Verrätereien bewusst gewesen. Man könne ihn daher weder als Verleiteten noch als jungen Unbesonnenen ansehen. Bezüglich der Stustunftsbegeljteti 20 !Rp. tn WaxUn beilegen. 3nfctatannat)me: (Ejpcbition unb oüc 3lnnoncene;peb. 
CSrfAei u>ot>,: et S)as 9teuefte vom Der SBunbesrat beantragt Slblefjnung bei 33egnabigungsgefud)e bei betben sunt lobe »et= urteilten fianbesrterräter Koos unb Q u a = "ö e r e r. 35er 58unbesrat fafjte einen SBcfĉIû über bie oermerjrte götbetung ber 5ßferbe= unb äRauItietgudjt. Das eibgenöffifcrje SßolfsmtrtjifjaTtsbepartement bat bie ßjperrenfommtffion für bie (Einführung ber 2tlters= unb öinterlaffenenoerfittjerung ju= fammengefet̂. Sßräftbent ift Di. Slrnolb S a j e i, Direftor bes 93unbesamtes für So5taloetfirt)e= rung. SBtittfdje gflugseuge unternahmen 3tngitffs= flüge gegen Cubroigsljafen, 9? o i b ro e ft = 
beutf 1 e t et). Seit in ÜJZtl g e ne ©enc biejer S in ber 3m S 2 e m 6 ruffifdje Die ' tnbtftfjei anljtn g ftbJufj gi Der Bundesrat beantragt Ablehnung. «W&O» vom 17. Mai 1944 
liechtensteinischen Nationalität Quaderers fährt das EJPD fort: «Als verfehlt würden wir es sodann betrachten, dem Umstand entscheidende Bedeutung beizumes- sen, dass Quaderer Liechtensteiner ist.» Dies wäre anders, wenn ein Ausländer zugunsten seines eigenen Landes handelte, was bei Quaderer indes nicht zutreffe, denn ein Interesse, die schwei- zerische Wehrkraft zu kennen, um gegen sie auf- treten zu können, besitze Liechtenstein nicht, «im Gegenteil ist für diesen Staat die Selbständig- keit und Neutralität der Schweiz wohl kaum von geringerem Wert wie für diese selbst.» Quaderer habe aber auch nicht für Liechtenstein, sondern für den deutschen Nachrichtendienst spio- niert. Für Quaderer sei die Schweiz «Gastland», mit seinem Heimatland durch den Zollanschluss- vertrag wirtschaftlich weitgehend verbunden. Wür- den solche in der Schweiz wohnende Ausländer durch mildere Bestrafung «privilegiert», so müsste dies das Ausland geradezu animieren, Spione die- ser Kategorie anzuwerben. So pflichtete die von Bundesrat Eduard von Steiger unterzeichnete EJPD-Stellungnahme vom 12. Mai 1944 ebenfalls dem EMD-Antrag bei, die zwei Begnadigungsgesu- che seien abzulehnen. Wenige Tage darauf standen die Gesuche Qua- derer und Roos auf der Traktandenliste der wöchentlichen Bundesratssitzung. Der Bundesrat tagte am 16. Mai 1944 von 9 bis 13.30 Uhr. Alle Mit- glieder der schweizerischen Landesregierung wa- ren anwesend: Bundespräsident Stampfli, die Bun- desräte Pilet-Golaz, Etter, Celio, von Steiger, Kobelt, Nobs. Zu erledigen waren 37 grosse und kleinere Geschäfte. Vor der Behandlung der zwei Begnadi- gungsgesuche wurde unter anderem der Truppen- ablösungsplan des Heeres für die Sommermonate 1944 beraten und verabschiedet, wenige Traktan- den nach der Begnadigungssache wurde ein 57- Millionen-Kredit zur Flugzeugbeschaffung bewil- ligt, dann ging es noch um die ausserordentliche Finanzvollmacht, Pferde- und Maultierzucht, Hin- terrheinwasserkräfte und um die Botschaft zu Ge- schäftsbericht und Jahresrechung der SBB. Dazwi- schen das kurze Traktandum der Begnadigungsge- 126
        

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