wichtigstes Recht nicht wieder zurück: Die Rechts- sprechung verblieb bei den fürstlichen Beamten (dem Oberamt).448 Der Fürstlich-Liechtensteinische Absolutismus des 18. Jahrhunderts neigte auch dazu, das Leben der Untertanen durch Verordnungen und Gesetze zu reglementieren. So wurden 1732 eine Polizei- ordnung und eine Waldordnung erlassen, die ers- ten gedruckten Gesetze des Fürstentums Liechten- stein.449 - Im Gegensatz beispielsweise zur Polizei- ordnung diente aber eine Ordnung im Rodwesen weniger dazu, das Leben der Untertanen zu regle- mentieren. Die Rodordnungen regelten wohl Rech- te und Pflichten der Untertanen im Transportge- werbe, aber Zweck dieser Bestimmungen war es in erster Linie, den Untertanen ihre Verdienstmög- lichkeiten im Fuhrwesen weiterhin zu garantieren. DIE RODORDNUNG VON 1756 Rund dreissig Jahre später folgte dann eine neue Rodordnung, die 1756 in Feldkirch zwischen Liechtenstein und Österreich vereinbart wurde. Im Vorfeld dieser Abmachung stand wiederum die Sorge, der Handelsverkehr könnte, da die Güter oft nicht zuverlässig weiter befördert wurden, sich wieder auf die schweizerische Rheinstrasse hin verlagern.450 Zwar hatte 1753 ein Schreiben aus Feldkirch (!) wiederum österreichische Verstösse gegen die Rodordnung gemeldet,451 aber wenn es darum ging, eine Verkehrsverlagerung auf die Schweizer Seite zu verhindern, dann arbeiteten Österreich und Liechtenstein immer noch zusam- men. (Jedenfalls zu diesem Zeitpunkt - 1756 - war dies noch so.) Dieser neue Vertrag im Rodwesen betraf in erster Linie die österreichischen Fuhr- leute. Rodordnung von 1756452 1. Die Rodordnungen von 1676 und 1.704 wer- den mit folgenden Abänderungen und Ergänzun- gen bestätigt: 2. Nachgedachte Güter sollen auf dieser Route verbleiben bzw. noch mehr Warenverkehr soll an-gezogen 
werden. St. gallische und andere schwei- zerische Güte?; die nach Graubünden und Italien gehen, aber auch von der Schweiz nach Vorarlberg gelangende Waren, sind nicht der Rodordnung un- terworfen. 3. Kaufmannsgüter und. Waren, welche zwar einer in der Schweiz ansässigen Handelsschaft zugehören, oder durch dieselbe spediert werden, jedoch entweder aus dem Reich über den Bodensee einlaufen, oder auch nur in einer Reichs-See-Stadt abgestossen werden, und von da (ohne in die Schweiz zu gelangen) in Fussach ausgeladen wer- den, sind nicht mehr als schweizerische, sondern als Reichsgüter zu betrachten. 4. Jene Fuhrleute, die schweizerische Güter in unbeschränkter Anzahl führen, dürfen keine in die Rod gehörenden Güter mit sich führen. 5. Aus Höchst und Fussach vier, aus den Gerich- ten Rankweil und Sulz einer, aus der Reichsgraf- schaft Hohenems einer, also zusammen sechs «or- dinari fuhrleuth» seien dazu befugt, wöchentlich einmal aus dem Reich kommende Kaufmannsgüter aufzuladen. 6. Sie bringen diese Kaufmannsgüter mit ihrer eigenen mit vier Pferden bespannten Mähne vom Bodensee stracks bis nach Chur. Von Chur zurück können sie ebenso je eine Stracksfuhr übernehmen. 7. Alle übrigen Reichsgüter müssen im Kaufliaus in Feldkirch abgeladen werden und gelangen auf die Rod. 8. Ausser diesen sechs genannten Fuhrleuten (vgl. Punkt 5) ist niemand zu diesen Stracksfuhren berechtigt. 9. Die Rodtransporte werden von den öster- reichischen und liechtensteinischen Fuhrleuten - wie gehabt - bis nach Balzers übernommen. 10. Zentnerwaren, die von Lindau und anderen Reichs-See-Städten her nach Fussach und weiter nach Graubünden gelangen, dürfen nur soviel ge- führt werden, wie mit der eigenen Mähne geladen werden können. Waren, die aus Platzgründen nicht mehr aufgeladen werden können, müssen auf die Rod gegeben werden. 11. Die erwähnten sechs Fuhrleute (vgl. Punkt 6) können den Transport der Zentnerwaren auch an- 84
        

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