DAS ROD- UND FUHRWESEN IM FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN / KLAUS BIEDERMANN Schloss») statt. Zwischendurch wurde das Balzner «Kaufhaus» auch für Gemeindeversammlungen verwendet. Im Jahre 1925 schliesslich verkaufte die Gemeinde das Gebäude an Andreas Vogt. Nach einem Umbau, bei dem «teilweise die grossen Gewölbe abgebrochen wurden», wurde im einsti- gen Kaufhaus das heute noch existierende Gast- haus «Liechtensteinerhof» eröffnet.304 Die Zusch- gen beim «Adler» und «Engel» in Balzers brannten ebenfalls im Oktober 1795 nieder. Nach dem Wie- deraufbau dienten diese Gebäude wiederum (bis zum Verfall des Rodwesens) als Zuschgen. Später war in der Zuschg beim «Engel» in Balzers eine Metzgerei untergebracht305, die übrigen Balzner Zuschgen fanden als Tenne und Wagenschopf Ver- wendung. Die Zuschg bei der «Sonne» in Triesen diente nach einem Brand dieses Wirtshauses zeit- weise als Gastlokal und bis zum Bau einer neuen Mosterei hinter dem neuen Gebäude des Wirtshau- 299) Vgl.: Mehrere Landkarten im Massstab 1:10 000, die im Rah- men des Forschungsprojekts Liechtensteiner Namenbuch zusammen mit einem Begleitheft herausgegeben wurden. Autoren waren für Balzers (erschienen 1987): Anton Banzer. für Eschen-Nendeln (1988): Roman Banzer. für Schaan (1987); Lorenz Jehle, für Triesen (1 986): Roman Banzer, sowie für Vaduz (1990): Herbert Hübe und Lorenz Jehle. 300) Vgl.: Vogt, Emanuol: «Die letzte Zuschg fällt». In: Liechtenstei- ner Volksblatt. 13. April 1955, sowie LLA PA 3/122. 301) LLA PA 3/122. Bei einer Strassenverbreiterung wurden dicke Balken im Boden gefunden. Diese 1948 gemachte Feststellung von Fridolin Tschugmell bezieht sich auf eine mündliche Zeugenaussage des (damals) 80-jährigen Jörg Kaufmann. 302) LLA PA 3/122. 303) Rentmeister Smieth berichtete 1808 darüber: «... den Bau des Schaaner Kaufhauses anbelangend, ist mir erinnerlich, dass der Richter einst bei Gelegenheit eine Erwähnung machte, ob sie nicht bis ans Port der Strasse rücken dürfften, indem sie sonst nicht die nötige Grösse fürs Schulzimmer erhielten.» Smieth war damit einverstanden, sofern dafür die Strasse auf der anderen Seite etwas verbreitert wurde. Schliesslich empfand er es als «thunlich, ihnen ihr Schulzimmer nicht verpfuschen zu lassen». Allerdings behielt er sich auch das Recht vor, zu gegebener Zeit bei der Baustelle einen Augenschein vorzunehmen; vgl.: LLA RA 21/587. 304) Gstöhl/Vogt, Bauten in Balzers. S. 85 und LLA PA 3/122. 305) LLA PA 3/122. 1948. Ein Photo von Emanuel Vogt, welches diese Zuschg kurz vor ihrem Abbruch zeigt, ist bei Ospelt, Wirt- schaftsgeschichte auf S. 329 abgebildet. 
Balzers als wohl wichtigste Umladestation für den Rodverkehr in Liechten- stein war Standort von mehreren Zuschgen und Lagerhäusern, die sich in unmittelbarer Nachbar- schaft der Wirtshäuser befanden. Leider fielen sie im 20. Jahrhundert der Spitzhacke zum Opfer, so auch die hier abgebildete Zuschg beim Wirtshaus «Post» 57
        

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