um 1510 wies daraufhin, dass der Zoller verpflich- tet war, sein Amt in Treue zu seinem Landesherrn und Vogt zu verrichten. Bemerkenswert ist die im Urbar gemachte Feststellung, dass der Zoller auch mitverantwortlich für den Strassenunterhalt war.255 So war er angehalten, in Mussezeiten die Strassen- pfützen auszulassen und den Weg mit Steinen aus- zuebnen.255 Diese Bestimmung wurde im Hohen- emsischen Urbar des frühen 17. Jahrhunderts be- stätigt.257 Dort findet sich auch die älteste Tabelle mit Angaben von Zolltarifen, die bereits 1552 er- lassen wurde.268 Diese Tabelle beinhaltet eine Auflistung aller Waren, die verzollt werden mussten, und dahinter ist die Gebühr aufgezeichnet, welche für die jewei- lige Ware entrichtet werden musste. Diese Tarifta- belle umfasste im wesentlichen folgende Produkte: 1. Nahrungsmittel wie Fische,259 Feigen, Weinbee- ren, Getreide,270 Nüsse, Schmalz, Käse, Fleisch, Wein; 2. Tiere wie Schweine, Schafe, Geissböcke, Pferde; 3. Tierische und pflanzliche Produkte wie Leder, Haut, Baumwolle, Hanf; 4. Gebrauchsgegenstände wie Tücher, Leinwand, Papier, Bücher, Kessel, Werkzeuge, Metalle, Glas, Mühl- und Schleifsteine, Flolzschüsseln und Ka- cheln; 5. Als Fortbewegungsmittel ebenso das Floss. Ju- den waren in den Herrschaften Schellenberg und Vaduz, aber auch in Feldkirch und Bludenz zoll- pflichtige Personen.271 Die Mengenangabe erfolgt für Gegenstände und Nahrungsmittel zumeist in Saum, für Salz und Ge- treide hingegen auch in Ledinen. Eine «Ledi» (das bedeutet eine Ladung, ein Fuhrwerk) entspricht dabei fünf Saum («Som»).272 Ein Saum ist ungefähr gleich viel wie 206 Liter.273 Tabellen mit Angaben der Zolltarife liegen auch aus dem 17. und 18. Jahrhundert vor.274 Jede neue Zolltafel umfasste jeweils zusätzliche Warengattun- gen. Die Zolltarife, die immer schon niedrig waren, wurden dabei nur unwesentlich erhöht.275 Dem Land Liechtenstein war die Erhaltung eines regen Durchgangsverkehrs besonders wichtig, und des-ZOLLEINN 
AHMEN 1750-1780 ZOLLEINNAHMEN 52
        

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