DAS ROD- UND FUHRWESEN IM FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN / KLAUS BIEDERMANN von 1817 zusätzlich forciert.227 Damit gelang es aber nur knapp, die dringendsten Nahrungsbedürf- nisse der nach 1817 deutlich wachsenden Bevölke- rung abzudecken.228 - Die Weinrebe wurde wahr- scheinlich zur Zeit der römischen Herrschaft ins Rheintal gebracht.229 Im späten 18. Jahrhundert war die Rebfläche in Liechtenstein bedeutend grös- ser als heute. Wein wurde in den Gemeinden Vaduz, Schaan, Triesen, Balzers, Mauren, Eschen, Gamprin und Schellenberg angebaut.230 Dabei dürfte sich die Rot- und die Weissweinproduktion ungefähr die Waage gehalten haben.231 Der Wein war neben dem Vieh der bedeutendste Exportarti- kel des Landes.232 Daneben wurde der Wein in den Wirtshäusern ausgeschenkt und bescherte diesen teils hohe Umsätze.233 216) Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, Anhang 21, S. 60. 217) Ebenda, Anhang 9, S. 28. 218) Ebenda, Anhang 9, S. 25 und Anhang 10, S. 31. 219) Dieses Thema ist sehr ausführlich dargestellt bei: Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, S. 83-226. Im folgenden Kapitel sollen lediglich ein paar grundlegende Aspekte aufgezeigt werden. 220) Wanner. Wirtschafts- und Sozialgeschichte. S. 463. 221) Ospelt. Wirtschaftsgeschichte. S. 162. 222) LBS. S. 30. 
223) Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, S. 164. 224) Ebenda. 225) Lehensurkunde des Klosters St. Luzi (Chur) an einige Bürger der Pfarrei Bendern, worin die Lehenspächter alle Zehentrechte, «auch den Zehenten an Grundbirnen» erhalten; vgl. Büchel, Pfarrei Bendern, S. 125 f. 226) LLA RA 26/1/13, 1789. 227) Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, S. 165. 1790 verkaufte der Pfarrer von Oberschwandorf (Baden) 60 Malter Kartoffeln an Land- vogt Menzinger. Es stand hier die Absicht dahinter, den liechten- steinischen Bauern den Anbau dieser Knollenpflanze schmackhaft zu machen. Doch «die konservative Bevölkerung schätzte damals noch kaum die Kartoffeln»; vgl. Wanner, Wirtschafts- und Sozialge- schichte, S. 463. 228) Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, S. 167. Getreide und Hafer mussten allerdings immer wieder eingeführt werden. 229) Ebenda, S. 170. 230) Ebenda. S. 171 f. 231) Ebenda. Die weisse Elbling-Traube wurde jedoch im 19. und frühen 20. Jahrhundert immer mehr durch die Blauburgunder- Traube, die seit etwa 1630 in der Bündner Herrschaft angebaut worden war, verdrängt. 232) Ebenda, S. 173 f. 233) Vgl. Kapitel Wirtshäuser auf S. 97-106. 234) LLA RA 20/31. Detaillierte Angaben: in Nendeln 17, in Eschen 50 sowie in Mösma/Schönabüel 59 Pferde. 235) Quelle für 1781: LLA RA 20/31, für 1789-1818; Ospelt, Wirt- schaftsgeschichte, Anhang 53, S. 148 f. Gemeinde Balzers ? 54 Planken ? Schaan ? 46 Triesen ? 13 Triesenberg ? Vaduz ? 28 Oberland ? 141 Eschen 126234 94 Gamprin 80 70 Mauren 98 72 Ruggell ? 70 ScheÜenberg 38 25 Unterland ? 331 Liechtenstein ? , 472 
1818 45 47 64 77 28 36 33 71 10 8 28 24 ? 12 20 29 ? 103 145 201 102 86 88 77 68 51 51 38 80 39 
51 46 85 72 80 55 14 9 
7 5 349 
257 277 221 ? 360 422 422 
Tabelle 3: Pferdebestand in Liechtenstein 1781- 18 1 8235 
1781 1789 1795 1812 1815 47
        

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