DAS ROD- UND FUHRWESEN IM FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN / KLAUS BIEDERMANN beladener Wagen kostete 24 Kreuzer, ein leerer Wagen zwölf Kreuzer. Für ein Pferd waren sechs Kreuzer zu entrichten. Ein Fremder musste vier, ein Einheimischer lediglich einen Kreuzer für die Überfahrt bezahlen.172 Im Vergleich zu einer festen Brücke schnitt die Fähre verkehrstechnisch schlecht ab. Der Trans- port mit einer Fähre war teuer, zeitaufwendig und zudem noch stark witterungsabhängig. Bei Föhn oder Flochwasser konnte die ganze Angelegenheit sehr gefährlich werden. Es gab oft auch Klagen ge- gen die Fährleute wegen langer Wartezeiten oder überhöhter Preise.173 Es fehlte nicht an Versuchen, an dem einen oder anderen Ort eine Brücke über den Rhein zu bauen. So soll es einst bei Triesen eine Rheinbrücke gege- ben haben. Der Flurname «Gapont» deutet auf die Existenz einer solchen Brücke hin.174 Diese Brücke diente vermutlich zur Bewirtschaftung der auf der anderen Rheinseite und später an Schweizer Bau- ern verkauften «Triesner Heuwiesen».175 - Das 160) Vogt. Werdenberg-Liechtenstein, S. 155. Um die Schiffsleute in Trübbach für die dadurch entstandene Verkehrsminderung zu entschädigen, wurde ihr Zins zur Hälfte den Burgerauern auferlegt. Vgl. auch LLA RA 6/11/206: Der Landvogt von Sargans gab bekannt, dass der Stand Glarus dabei sei, der Überfahrt bei Burgerau die-selben 
Rechte einzuräumen wie der Schifffahrt bei Trübbach und Bendern; Schreiben vom 21. Februar 1793. 161) Ospelt. Wirtschaftsgeschichte, S. 341 und Vogt, Werdenberg- Liechtenstein, S. 155. 162) Vogt, Werdenberg-Liechtenstein, S. 155. 163) Ebenda, S. 156. 164) LUB I. Teil. Bd. 4, S. 537: Die Fähre Bangs-Büchel, im Urbar der Herrschaft Schellen berg von 1700 als «Rheinfahr vnder Raggel zum Püchel» erwähnt, wurde 1394 von Graf Albrecht von Werden- berg den Herren von Schellenberg verliehen. 165) LUB I. Teil. Bd. 4, S. 537. 166) Ebenda. 167) Vogt. Werdenberg-Liechtenstein. S. 156. 168) Ebenda; vgl. auch: Ospelt, Wirtschaftsgeschichte. S. 341. 169) Vogt, Werdenberg-Liechtenstein, S. 156 170) Ebenda. 171) Ebenda. 172) Ebenda. 173) Ebenda. 174) Vgl. dazu: Poeschel, Liechtenstein, S. 5, der für «Gapont» die vermutlich ältere Schreibwesise «Capont» verwendet. «Capont» ist eine Abkürzung für «Casa Pontis» und heisst auf deutsch: «Haus bei der Brücke». 175) Ebenda. In einer bei Ospelt, Wirtschaftsgeschichte als Anhang Nr. 2 abgebildeten Kartenskizze aus dem Jahre 1790 sind diese «Triesner Wiesen» eingetragen. Das Gebiet ist umschlungen von zwei Armen des Rheins. Brücke ist hier keine (mehr) eingezeichnet. 39
        

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