Diese Karte aus dem Jahre 1800 zeigt einerseits den Verlauf der liechtensteini- schen Landstrasse und andererseits den mäand- rierenden Rhein, dessen Flussbett sich stetig än- derte. Auffallend sind die dicht bewaldeten Rhein- auen im Raum Triesen und Vaduz. Noch verband keine Brücke Liechtenstein mit der anderen Rheintal- seite. 18. Jahrhunderts eingerichtet. Dieser neuen Fäh- re erwuchs sogleich Widerstand von Seiten der Schiffsleute der benachbarten Fähren von Trüb- bach nach Balzers sowie von Haag nach Bendern. Bis ins Jahr 1793 durfte die neue Fähre Burge- rau-Möliholz nur Personen befördern. Dann aber erhielt sie dieselben Rechte und Pflichten wie die beiden älteren Fähren.160 Der Standort dieser Fäh- re zwischen Burgerau und Möliholz blieb unbefrie- digend, weil sie nicht grössere Siedlungszentren di- rekt miteinander verband. Im Jahre 1850 schliess- lich beschlossen die Schifffahrtspächter in eigener Regie, die Fähre weiter nördlich an die Stelle der heutigen Strassenbrücke von Schaan nach Buchs zu verlegen.161 Noch im selben Jahr wurde neu eine Fähre zwischen Vaduz und Sevelen eingerichtet.162 Die Fährrechte für die Übergänge bei Trübbach und Haag waren einst im Besitz der Herren von Werdenberg. Durch den Verkauf der Herrschaft im Jahre 1517 gingen diese Rechte von Werdenberg auf den Stand Glarus über. Im Jahre 1803 erwarb sie schliesslich der neu gegründete Kanton St. Gal- len.163 Die Herrschaft Schellenberg ihrerseits be- sass die Rechte an den Fähren von Ruggell nach Salez sowie Bangs nach Büchel.164 Beidseitige Obrigkeiten verliehen die jeweiligen Fährrechte an bestimmte Untertanen. Die Rheinfähre von Ruggell nach Salez wurde im 17. Jahrhundert von einem 
gewissen «Spiegier» unterhalten, der jedoch 1668 (als in den Herrschaften Schellenberg und Vaduz zahlreiche Hexenprozesse stattfanden) «malefi- zisch hingericht[et]» wurde.165 Die Fähre wurde darauf hin konfisziert und einem Hans Büchel als Schupflehen übergeben.166 Im Jahre 1687 wurde die Fähre der Familie Büchel als Erblehen ver- kauft.167 Dieses Lehensverhältnis blieb bis zu seiner Auflösung im Jahre 1894 bestehen.168 Ein Fährboot hatte eine ungefähre Lebensdauer von zehn Jahren.169 Manche Fährstationen - so etwa Trübbach, Sevelen, Buchs, Haag und Büchel - besassen zwei Boote: einen sogenannten «Weid- ling», mit dem 10 bis 15 Personen (bzw. 15 bis 20 Zentner) über den Rhein geführt werden konnten, sowie ein grösseres Boot, mit dem auch Tiere und leichtere Wagen befördert werden konnten.170 Die Fährleute erhoben für den Transport von Men- schen und Fuhrwerken Gebühren. So galten im Jahre 1654 für die Rheinüberquerung bei Trüb- bach folgende Tarife: eine «Ledi» kostete 20, ein leerer Wagen mit vier Pferden zehn Kreuzer. Für den Transport eines Fremden mussten zwei Kreu- zer bezahlt werden; ein Einheimischer (aus der eigenen Herrschaft) hatte dem Bootsmann einen Kreuzer für die Überfahrt zu entrichten.171 Für die Fähre Ruggell-Salez mussten für die Überfahrt im Jahre 1812 folgende Beträge bezahlt werden: Ein 38
        

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