Tabelle 1: Diese Tabelle zeigt, dass um 1820 zwar die Landstrasse ein pas- sabel befahrbarer Transit- weg war, dass es sich bei vielen Nebenstrassen in Liechtenstein aber lediglich um schwer pas- sierbare Trampelpfade oder um morastige Feld- wege handelte 
Strasse «Hauptchaussee» (Landstrasse) Balzner Post-Mäls-Rheinfähre Trübbach Moliholz-Burgerauer Rheinfähre Nendeln-Eschen-Rofaberg-Bendern-Fähre Eschen-Mauren-österr. Grenze-Hub Rofaberg-Schönabüel-Mösma-Schellen- berg-österreichische Grenze-Fresch Bendern-Schellenberg Bendern-Ruggell-österr. Grenze-Bangs Schaan-Planken Total Liechtenstein 
Länge (in Klafter) 10 813 1 695 973 6 610 1 766 2 110 1 306 2 809 1 840 27 838 
davon gut befahr- bar hergestellt 10 813 695 973 1 087 162 332 2 709 1 300 18 513 DER RHEIN ALS TRENN- UND VERBINDUNGSLINIE Bis ins frühe 19. Jahrhundert diente der Rhein oberhalb des Bodensees als Schifffahrtsstrasse. Vom Bodensee kommende Güter wurden bis Bau- ern bei Hohenems auf Booten transportiert. Von Bauern gingen die Waren im Fuhrwerksverkehr weiter in Richtung Süden. Die Bedingungen für die Schifffahrt auf dem Rhein verschlechterten sich jedoch im Laufe der Zeit: Raubbauartiger Holz- schlag in Graubünden bewirkte eine zunehmende Geschiebezufuhr und Aufschüttung des Flussbet- tes.147 Noch weiter oben, auf der Höhe des Fürsten- tums Liechtenstein, fand zwar keine Schifffahrt mehr statt, aber dafür verkehrten in diesem Fluss- abschnitt zahlreiche Flosse. Im Flossverkehr gin- gen verschiedene Waren wie Holz und Getreide von Chur ins Bodenseegebiet. Betreffend Holztranspor- te schlössen Gemeinden des Bündner Oberlandes häufig Verträge ab mit Holzhändlern aus dem St. Gallischen Rheintal, aber auch mit Flössern von Bonaduz, Ems, Tamins und Felsberg. Wichtige Hal- testellen in der Rheinflossfahrt lagen bei Trübbach sowie bei Rheineck.148 Die Flosse, die in der Regel 9 Meter lang und 6 Meter breit waren, wurden zu- meist in Rheineck billig verkauft, da man sie nur mit grösster Mühe hätte zurückführen können.149 
Besonders rege war der Flossverkehr auf dem Rhein im Hungerjahr 1771. Täglich gelangten um- fangreiche Kornfuhren aus Italien über die Alpen- pässe nach Graubünden. Die Churer Spediteure Bavier, Massner und Laurer Hessen in jenem Jahr 2 475 Saum Korn durch Fuhrwerke und rund 600 Saum Korn durch Flosse den Kaufleuten der Az- mooser Firma Mathias Sulser & Cie. zwecks Wei- terbeförderung ins untere Rheintal zukommen.150 Diese Zahlen sind interessant, geben sie doch einen guten Vergleich über die Warenmengen, welche auf dem Landweg beziehungsweise auf dem Wasser- weg befördert wurden. Konkret heisst das, dass in diesem Fall knapp 18 Prozent des Transitverkehrs auf dem Wasserweg und über 82 Prozent auf dem Landweg abgewickelt wurden. Ein einzelnes Floss wurde normalerweise nicht mit mehr als 15 Saum beladen.151 Der Waren- und insbesondere der Personenver- kehr ging aber nicht nur der Wasserstrasse des Rheins entlang. Immer schon suchten die Bewoh- ner/innen nach günstigen Möglichkeiten zur Über- querung dieses Flusses. Vor dem Bau von festen Brücken konnte der Rhein nur mittels einer Fähre oder bei einer Furt überquert werden. Zum Thema Rheinfurten finden sich nur selten Hinweise in den Quellen.152 Dies ist wohl damit zu erklären, dass die Furten sich nicht durch eine 36
        

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