Bericht aus dem Jahre 1800 belegt die Weigerung der auswärtigen Fuhrleute, das Weggeld zu bezah- len. 
137 Joseph Wolfmger erhielt sodann die ober- amtliche Weisung, alle Verweigerer von Weggeld- zahlungen sorgfältig zu notieren.138 Konkrete Aus- besserungen an der Landstrasse wurden in diesen Jahren wohl nicht vorgenommen, da die liechten- steinische Bevölkerung in den Jahren 1799 und 1800 andere Schwierigkeiten zu bewältigen hatte, so die sehr schweren Auswirkungen der Einfälle französischer Truppen.'39 Wir haben bereits gesehen, dass die mangel- hafte Qualität der liechtensteinischen Landstrasse den durchpassierenden Fuhrleuten immer ein Dorn im Auge war. Von oberamtlicher Seite wurde aber nun zusätzlich auch die fehlende Ordnung im Bereich der Strassenumgebung kritisiert. So hatte das Oberamt bereits 1798 festgestellt, dass die Wal- dungen zu nahe an die Landstrasse herangewach- sen waren. Ebenso waren aus den Hecken der Hauseigentümer regelrechte Bäume geworden. Das führe, so beklagte das Oberamt, immer mehr zu Sichtbehinderungen auf der Strasse.140 Schon im Jahre 1779 hatten die Vaduzer Behörden angeord- net, dass alle Bäume, aber auch die Zäune, 15 Schuh vom Strassenport entfernt sein mussten. Da dieser obrigkeitliche Befehl nicht ausgeführt wur- de, musste er im Jahre 1806 nochmals wiederholt werden.141 
Die einheimischen Bauern und Fuhrleute konn- ten der Pflicht zum Strassenbau und Strassenun- terhalt meist nur mangelhaft nachkommen. Zu oft verhinderte der ohnehin beschwerliche Alltag die- ser Menschen solche zusätzlichen Arbeitseinsätze. Auch finanziell waren die Lasten für die Bevölke- rung im späten 18. Jahrhundert unerträglich gross geworden. Auf eine Bittschrift der Untertanen hin hatte dann die Fürstliche Rentkassa 1798 den Unterhalt der Landstrasse ausserhalb der Ortschaf- ten übernommen.142 In dringenden Fällen wurde nun die Landstrasse von Lohnarbeitern repa- riert.143 Die Pflicht der Bevölkerung, im unentgeltli- chen Frondienst Bau- und Unterhaltsarbeiten für die liechtensteinischen Verkehrswege zu leisten, hatte dennoch bis ins Revolutionsjahr 1848 Be- stand.144 Weitere Strassenbauten, die aber nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine militärische Be- deutung hatten, wurden im frühen 19. Jahrhundert realisiert. So wurde zwischen Eschen und Nendeln auf Druck des österreichischen Militärs eine neue Fahrstrasse gebaut.145 1809 entstand die Anhangs- trasse, welche das Möliholz mit der Burgerauer Rheinfähre verband. Ungefähr zur selben Zeit wur- de eine fahrbare Strasse nach Planken erstellt. Be- züglich Zustand und Ausbau des liechtensteini- schen Strassenbildes zeigte sich um 1820 das in der nachfolgenden Tabelle angegebene Bild.146 Kolorierte Planskizze der Ortschaften Balzers und Mäls aus der Zeit um 1794/1795 mit dem orangegelb eingezeichne- ten Hügel der Burg Guten- berg in der Mitte. Mehrere Wegverbindungen sind eingetragen, die Darstel- lung erlaubt jedoch keine Rückschlüsse auf deren Qualität. 
Die Skizze scheint noch vor dem Dorfbrand ent- standen zu sein, jedenfalls ist die 1795 abgebrannte alte Kirche deutlich einge- tragen. 
137) ILA RA 6/11/165: Brief von Joseph Wolfmger an das OA in Vaduz. 2. Februar 1800. 138) Ebenda. Notiz des OA zum Brief des Weggeldeinnehmers Joseph Wolfmger. 139) Vgl. hierzu die Ausführungen auf S. 132-134. 140) LLA RA 6/11/150: Notiz des OA vom 23. Juli 1798. 141) LLA RA 6/11/188: Befehl des OA vom 9. August 1806. - Eine erste oberamtlicho Anordnung von 1779 (vgl. LLA RA 6/11/155) wurde offenbar nicht befolgt. 142) Ospelt, Wirtschaftsgeschichte. S. 337. 143) Ebenda, S. 337 f. 144) Ebenda. S. 338. 145) Ebenda. 146) Ebenda. S. 338 f. 34
        

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