HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 1997 Unter dem Traktandum «Freie Aussprache» in- formierte Geschäftsführer Klaus Biedermann über Pläne des Historischen Vereins, für die Mitglieder pro Jahr zwei Exkursionen anzubieten. Spontan bekundeteten rund 20 Anwesende ihr Interesse, an solchen Exkursionen teilzunehmen. Sodann melde- te sich das Ehrenmitglied Alt-Dekan Engelbert Bu- cher zu Wort. Er sprach dem Historischen Verein ein Komplimert für das vorzügliche Jahrbuch aus und regte an, künftig einmal in Jahrbuchbeiträgen die Themen «Höhlenforschung» und «Gipsdolinen» zu berücksichtigen. Paul Vogt erkundigte sich nach dem Stand der Arbeiten beim Vorarlberger Sprach- atlas und der Publikation «Nach Amerika!» (Aus- führungen dazu an anderer Stelle im Bericht). Zum Abschluss des statutarischen Teils der Ver- sammlung verdankte der Vorsitzende Dr. Rupert Quaderer die Unterstützung des Flistorischen Ver- eins durch die Regierung und den Landtag sowie die Unterstützungsbeiträge von verschiedenen Sei- ten. Sein Dank ging auch an die verschiedenen Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter der vom Verein ge- tragenen Projekte, an Robert Allgäuer und Silvia Ruppen für die Arbeit am Jahrbuch und an die Vor- standsmitglieder für die angenehme und vertrau- ensvolle Zusammenarbeit. VORTRÄGE ZU TRIESENBERGER THEMEN Im Anschluss an die ordentliche Mitgliederver- sammlung lud der Historische Verein zu zwei öf- fentlichen Vorträgen ein, die auf grosses Interesse stiessen. Toni Banzer und Rupert Tiefenthaler be- handelten in ihren Referaten Triesenberger The- men, so dass gerade aus Triesenberg selbst nochmals etliche Zuhörerinnen und Zuhörer den Weg in den «Bärensaal» fanden. Toni Banzer, Mitarbeiter des «Liechtensteiner Namenbuches», stellte in seinem Referat die we- sentlichen Ergebnisse seiner Lizentiatsarbeit vor, die den Hauptbeitrag im Jahrbuch des Historischen Vereins Band 94 bildet. Zu Beginn seines Vortrages ordnete Toni Banzer den Triesenberger Walserdia- lekt sprachgeographisch ein, dann benannte er die 
von der Liechtensteiner Talmundart abweichenden sprachlichen Eigenschaften des Triesenberger Dia- lektes und schliesslich zeigte er den Sprachwandel auf, der in den letzten Jahrzehnten zu einer all- mählichen Angleichung der Triesenberger Mundart an den Dialekt der Liechtensteiner (Oberländer) Talgemeinden geführt hatte. Rupert Tiefenthaler, Leiter des Wirtschaftsar- chivs in Feldkirch, beleuchtete in seinem Vortrag das Leben der Karolina Lampert (geborene Schäd- ler) aus Triesenberg. Zusammen mit ihrem Mann und dem ersten Kind wanderte die 25-jährige Frau 1868 nach Amerika aus. Sie blieb jedoch in regem Briefkontakt mit ihrer alten Heimat, besonders mit der in Triesenberg verbliebenen Schwester. An- hand der etwa 80 erhaltenen Briefe von Karolina Lampert aus dem Zeitraum 1869 bis 1915 lässt sich eine faszinierende Biographie dieser starken Frauenpersönlichkeit rekonstruieren. In seinem Referat zeigte Rupert Tiefenthaler auch auf, welche Bedeutung der Begriff «Heimat» für die zumeist in Freeport (Illinois) lebende Karolina Lampert hatte. Mit seinem Vortrag über Karolina Lampert prä- sentierte Rupert Tiefenthaler interessante Teiler- gebnisse seiner Forschungsarbeit, welche in das Buchprojekt «Nach Amerika!» einfliessen wird. Die Neubearbeitung der gleichnamigen, im Jahrbuch Band 76 veröffentlichten Arbeit von Norbert Jan- sen ist fast abgeschlossen, das zweibändige Werk soll 1998 erscheinen. VORSTAND Der Vorstand des Historischen Vereins traf sich im Jahre 1997 zu sieben Sitzungen, um die laufenden Geschäfte zu erledigen. Ein roter Faden, der sich durch alle Sitzungen hindurchzog, war das Thema «Vereinsjubiläum»; denn der Historische Verein feiert schon bald, im Jahre 2001, sein 100-jähriges Bestehen. Der Vereinsvorstand überlegte, wie die- ser Anlass gebührend gewürdigt werden könnte. Gedacht ist zum Beispiel an die Publikation einer umfassenden Vereinsgeschichte. 245
        

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