Anton Beck bereits geführt.32 Gemäss Vertrag vom 30. März 1818 verkaufte Anton Beck den Besitz an seinen Sohn Joseph.33 Einige Jahre später, nach weiteren Handwechseln, belegt ein Vertrag zwi- schen Johann und Andreas Beck am 13. März 1863, dass das Bauernhaus nun als Doppelhaus genutzt wurde. Die Brüder vereinbarten, dass der Besitz am Haus, das vom Erdgeschoss bis zum First durch eine Scheidewand getrennt war, grund- bücherlich je zur Hälfte auf ihre Namen eingetra- gen werde. Der Eintrag erfolgte am 17. Februar 1865.34 Anschliessend wurde der Kernbau nord- und südseitig je um eine Raumtiefe erweitert.35 Die Unterkellerung des südlichen Hausteils dürfte ebenfalls mit der Teilung in Zusammenhang ste- hen. Der Pfosten einer heute vermauerten Tür im einstigen laubenseitigen Kellerzugang datiert den- drochronologisch in die Zeit um 1865.36 Mit dem Anheben des Dachstuhls im Jahr 1945 erhielt das Bauernhaus sein heutiges Aussehen.37 Leider konnte das Haus Nr. 167 nicht vor den Baumassnahmen des Jahres 1997 ausführlich bau- geschichtlich untersucht werden. Es zeigt sich ein- mal mehr, dass wir die Siedlungsgeschichte der Walsergemeinde Triesenberg nur lückenhaft ken- nen. Jedes noch so bescheiden anmutende Bauern- haus vermag als wichtiger «Informant» einen Bei- trag zum besseren Verständnis unserer Vergangen- heit zu leisten. 
VADUZ, «IM MÜHLEHOLZ», ARBEITER- SIEDLUNG DER EHEMALIGEN SPINNEREI JENNY, SPOERRY & CIE. Die Kraft des Mühleholzbachs wurde seit alter Zeit genutzt. Der früheste schriftliche Beleg dafür findet sich im churrätischen Reichsgutsurbar aus der Zeit um 842/843.38 Die darin für Schaan aufgeführte Mühle ist mit grosser Wahrscheinlichkeit im Gebiet des heutigen Mühleholzes zu lokalisieren.39 Als Johann Jakob Spoerry 1880 in Vaduz einen geeig- neten Standort für eine Baumwollspinnerei suchte, waren im Mühleholz mehrere Mühlen, Reiben, Sä- gen, Schmieden und zwei Webereien in Betrieb. Darunter befanden sich auch die ehemaligen Herr- schaftsmühlen des Fürsten, die 1864 veräussert worden waren.40 Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die bauliche Entwicklung einiger dieser Betriebe bis in mittelalterliche Zeit zurück- verfolgen lässt. Ab 1881 begann Spoerry - später zusammen mit Caspar Jenny - einzelne Gewerbe- bauten zu erwerben und nach und nach für Wohn- zwecke umzubauen. Unter der einstigen Gipsmüh- le musste er 1882 drei Wasserspeicher errichten, um zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme seiner Baumwollspinnerei im «Ebaholz», die 1887 erfol- gen sollte, den Antrieb aller am Mühleholzbach arbeitender Wasserräder aufrecht erhalten zu kön- nen. Es entstand ein Arbeiterwohnquartier, das bis heute seinen ursprünglichen Charakter nicht ver- loren hat. Nach der Stillegung der Baumwollspin- nerei im Sommer 1993 war das Schicksal des Indu- strie- und sozialgeschichtlich bedeutenden Quar- tiers lange Zeit ungewiss. 1996 setzte sich eine von 1 465 Personen unterzeichnete Petition für dessen dauerhaften Erhalt ein.41 Nach intensiven Verhand- lungen sind 1997 fünf Arbeiterwohnhäuser im obe- ren «Mühleholz» unter Denkmalschutz gestellt worden.42 Nachfolgend werden sie kurz vorgestellt. 218
        

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