DENKMALSCHUTZ IN LIECHTENSTEIN 1997 HANSJÖRG FROMMELT Abb. 17: Triesenberg. Haus Nr. 155 in «Lavadi- na». Das 1530/31 erbaute Bauernhaus fiel 1996 der Spitzhacke zum Opfer TRIESENBERG, «LAVADINA», HAUS NR. 155 1530/31 Erbauung des Holzwohnhauses in Strickbauweise (hypothetisch). Klassi- sche Raumabfolge mit Küche, Stube und Nebenstube im Erdgeschoss.26 Um Nördlicher Anbau des Schopfs. Über 1910/11 dem erweiterten Haus wird ein ge- genüber dem Altbestand um 90° ge- drehter Dachstuhl aufgerichtet. 1996 Abbruch des Hauses. Das Wohnhaus Nr. 155 ist im Spätsommer 1996 ohne vorgängige baugeschichtliche Begutachtung abgebrochen worden. Der Fachstelle Archäologie wurde im Januar 1997 ein Holzstück übergeben, welches während des Abbruchs aus einer Holz- wand herausgetrennt worden war. Es handelt sich dabei um das schwalbenschwanzförmig ausgebil- dete Ende eines Vierkantholzes. Das Stück stamm- te von einer der beiden Aussenwände, welche die Südwestecke des Hauses bildeten. Noch in ur- sprünglicher Lage befinden sich im Balkenfrag- ment drei eicherne Holznägel zum gegenseitigen 
Verzapfen der einzelnen Balkenlagen und Moos, das der Isolation zwischen den Balkenlagen diente. Die Aussenseite ist verwittert. Auf der gleichmässig geschwärzten Innenseite klebt ein kleines Frag- ment einer Tapete mit farbigem Pflanzenmuster. Die Resultate der dendrochronologischen Unter- suchung ermöglichen es, die Baugeschichte des abgebrochenen Hauses zu rekonstruieren. Sowohl das Strickholz wie der überprüfte Eichennagel kön- nen der Schlagphase im Winterhalbjahr 1530/31 zugeordnet werden.27 Falls es sich beim vorliegen- den Fragment samt den Eichennägeln nicht um Hölzer in Zweitverwendung handelt, wäre der Schluss zulässig, dass das Haus Nr. 155 im Winter- halbjahr 1530/31 erbaut worden ist. Der Balken- kopf scheint nicht sekundär überarbeitet worden zu sein. Damit wäre dies ein überraschend früher Beleg einer Holzbautechnik (Schwalbenschwanz- 26) Das Haus ist abgebildet bei Bucher (1988), S. 203. 27) Die dendrochronologische Untersuchung wurde durch das Laboratoire Romand de Dendrochronologie in Moudon durchgeführt (Ref. LRD 97/R4333T). 215
        

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