Renaissance erlebt hat, was sich beispielsweise in den zunehmend zahlreicher gewordenen Anmer- kungen und Verweisen auf die «Geschichte» Peter Kaisers ausdrückt. Die «Geschichte des Fürstenthums Liechten- stein» fand kritische Würdigungen im Peter-Kaiser- Jahr 1993, in dem man Kaisers 200. Geburtstag gedachte. Damals erschienen ein biographisches Porträt Peter Kaisers (2. Auflage 1999) und ein Sammelband mit Aufsätzen zu seinem Leben und Werk. Eine der dort publizierten Studien, verfasst vom Tübinger Historiker Volker Press, befasste sich mit «Peter Kaiser und der Entdeckung des liech- tensteinischen Volkes». Volker Press bezeichnet Kaisers Buch - bei allen kritischen Bemerkungen - als ein «identitätsstif- tendes Symbol», als ein «überaus pädagogisches Buch». Die Sympathie des Verfassers habe «den einfachen, stolzen, redlichen und tapferen Men- schen seiner Heimat» gehört, deshalb habe er über das liechtensteinische Volk als das Subjekt der Geschichte geschrieben. Kaisers historisches Urteil sei von einer «aufklärerischen Gelassenheit» ge- prägt, er weise sich über ein «sachliches Urteils- vermögen und eine erhebliche Differenzierungs- fähigkeit» aus, wenn er auch dem Adel und dem Absolutismus kritisch gegenüberstehe. Peter Kai- ser, wiewohl kein Demokrat in heutigem Sinne, habe das liechtensteinische Volk «entdeckt», wie es eben vielfach innerhalb der Herausbildung der Na- tionalbewegung des 19. Jahrhunderts solche «Er- wecker und Propheten ihrer Völker» gegeben habe. Das entscheidende Verdienst Peter Kaiser sei «sei- ne Rolle für die Stiftung einer liechtensteinischen Identität» gewesen. Mit Peter Kaisers Werk erhielt das Fürstentum Liechtenstein eine Geschichte. Ihr Verfasser ist der Begründer der liechtensteinischen Geschichts- forschung. Er hat ihr einen Weg gewiesen, der sich als erfolgreich erweisen sollte. 198
        

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