INNENSEITEN Allen und ieden mit Bürgern und Underthanen, so auch der ganzen Nachkomenschaft der Fürst Liech- tensteinischen Herrschaft Schellenberg, sollen die Thatten der Franzosen, wie auch ihre Plünderun- gen, Raubereyen, Schändungen etc. unvergesslich bleiben. Das eintausend sibenhundert-neün und neunzigste Jahr wahr es, ein so unglückhselliges, und schröckhvolles Jahr, deren unsere Voreltern noch nie werden erlebt haben, deren Anfang und Ausgang lautet allso. Der schon 7 Jahr dauernde und in ganz Eüropa empfindliche Königs Mörderi- sche Krieg der Franzosen der wirt ledermann un- vergesslich bleiben bis ins Grab. Dieser Krieg brei- tet sich in alle Weltgegendten aus, so dass er sich unserer Herrschaft immerzu näherte, ao 1797 sind die Franzosen aus Italien jns Tirol eingetrungen, und bis Gratz5, das noch etliche Stunden von Wien vorgeruckt, ein Iahr vorhin den 10. August ward Bregenz eingenohmmen.6 Hier flüchtet von Feld- kirch alles über den Rein und die Franzosen strei- fen bis auf Gözis, am 6ten u. 7ten Merz 98 hellen die Franzosen auch in die Schweiz ein und erober- ten die Schweiz in kurzer Zeit,7 ausser einige Can- tone die sich tapfer widersetzten alls Schweiz8 und Underwalden etc. Aber es war ihr Unglückh, dan das ganze Ort Stans wurd verbrendt, Leüt und Vieh in Feür getrieben, jzt wurden alle Landvögt in der Schweiz veriagt9, und Freyheitsbäum aufgerichtet, bald kamen die Franzosen und besezten den Rhein, und es wurde allenthalben eine neüe Re- girung eingefürt. Und so haben wir die Franzosen vor der Thür, und sie nahmen alle Schifer10 aus dem Rein hinweg. - Den 6ten Merz ao 1799 war St. Fridolins Tag, da geschähe der Überfall der Franzosen, ob Bendern morgens umb 7 Uhr, ganz unverhoft über den Rein und stürmeten ganz rasend in unsere Dörfer; die erste Forderung war Geld, Wein und alles was man hat; und die ehr vergessenen Schweizer schämen sich nicht, häufen weis an den Rein zu kommen und auf den Raub zu warten; die Feind nahmen uns alles weisse Tuech und Bethäs," alle kostbare Man und Weibskleidter, alle ehrene Häfen, das be-ste 
Kupfergeschier, Bether12 und alles dergleichen wurde den Schweizern zugetragen, die einen Iahr Märt13 am Rhein hielten und alles aufkauften. Heü und Stroh wurde in die Lager vertragen, alle Schwein und das junge Vieh wurden geschlachtet, ale Hüener aufgefangen, vier Man wurden hier auf der Stel erschossen und viele plessirt14 sie schen- deten die Weiber in Gegenwart der Mäner, alte 80iährige Weiber, lOiährige Kinder muessten ein Raub der Tiranen werden, wer sich nicht flüchtet, wurde misshandlet. Allein von Mauren und Eschen wurden 64 Stuck Pferd geraubet, ietzt flüchtet sich alles was kan. Haus und Hoff wurden verlassen, wohl 20ig mahl wurde iedes Haus durchsucht. Kisten u. Trög zer- schlagen, der letste Tropfen Wein müeste herhalten und vill wurde in die Keller ausgelassen, auf dem Schloss Vaduz allein sollen sie in zeit 3 Tagen bey 60 Fueder15 Wein genohmen haben. Die Gallwal- lery16 u. Artoleri17 sindt derweil bis an Tiergarten18 vorgeruckt, alwo sie mit den Kaiserlichen19 die sich im Nendler Walt postirten, einen Scharmüzel hiel- ten, das Fues Volckh sezte über das Riet und erbeu- ten 3 kaiserliche Canonen, auf den Abend nahm iederteil wider seine vorige Stelung und lagerten sich hier auf dem Tiergarten u. auf der Hueb20, das Frey Cor u. Räuber Gesindel aber im Grassgarten21, aufm Boyen22 u. wan sich das Freicor mit Rauben und Schänden nit so lang hir aufgehalten, so wär es der gefährlichste Tag für das Stätle Veldkirch ge- wesen. Donerstag morgen fieng das Batali23 wider an, und die Franzosen sezen mit Gewalt auf die Schan- ze24, ihr Comandant25 wurde aber bey Tisis er- schossen und hiemit die Schanze geretet, der grö- ste Schärmüzel war im Waldt, zwischen den kai- serlichen Landscharfschützen und den Franzosen. Am Samstag den 9ten war wider ein Scharmüzel auser Planken, welcher aber nur 2 Stund dauerte, und die Kaiserlichen Retirirten über die Alpen hinüber, hier wurden bey 400 Kaiserliche gefan- gen.26 Am Charfreittag war der 22. März, da fieng die Haubt Schlacht an, am morgen 9 Uhr, die Fran- zosen haben 3 Kanonen auf den Maurer Wisen27, und schössen auf die Schanzen, desgleichen aus 190
        

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