SCHREIBEN DES FELDKIRCHER HAUSMEISTERS GEORG ANTON BACHMANN, 1787 «[Dem Oberamt ist bekannt,] mit was Mühe und Be- schwernis ich meinen so gering besoldeten Dienst verse- hen muss, und doch behaupte ich[,] meinen Pflichten angemessen. ... Aber frey bekenne ich einem gnädigen Oberamte, dass eint, und andere Verleumdungen nach jedem Richters Willkuhr, und Wohlgefällen, die ich wirk- lich nach zeughaften Erfahrung vernehmen muss, mir so missfällen, dass ich als Mann, der jährlich so viele Tau- send Gulden frömde Gelter verwahren muss, wirklich standhaft entschlossen, auf den aufbringlichen Erweis ei- nen solchen, seye Er im, oder ausser Gericht, wenn mirs ein [wohllöbliches] Gnädiges Oberamt nicht verüblet, auf hiesiges Landgericht zu ruefen, und zum Beweis seiner Sage zu zwingen. Doch sey deme wie ihm wolle, findet man mich klag- baar, so weisst man mich zu suchen, und [ich] glaube, dass [,] wenn ich mit [Aufkommenden angeklagt wird, wird man mich gewiess ehender zur Ordnung führen, als es bis daher anderwerts erfolget, einmahl für allemahl von jedem losen Richter, deme nur wahrhafter Eigennutz aus den Augen blizet, kann mich ohnmöglich mehr ent- schliessen, alles zu erdulden, und auszustehen. Wohlloblich gnädiges Oberamt vergebe mir gnädigst meine Austrüke, und hätte ich nicht noch grössere, und ungesitterte gegen einem gnädigen Oberamte gehört, würden auch diese nicht eingeflossen seyn, ich könte die- se von Wort zu Wort anführen, aber die Anständigkeit er- laubet diese keinem wohlgeordneten Unterthanenf;] er- wehle mann alle Tage neue Roodmeisters, so erwehlet man doch keine Ordnung, 2 einzige ausgenohmen, in der ganzen Herrschaft, dass aber Anton Frommelt v. Mauren ehrlich mit der Sache umgegangen, wird beygelegte Li- sten bejaen; die zwote aber wird zeigen wer eint, und an- dere Anklagen sind. Vom [G]esagtem kom ich auf Beyspiele, und erwie- sene Beispiele, den 22 tn X bris passati anni [1786] /: ver- zeihe mir Wohll. gnädiges Oberamt meine Erzehlungen :/ nahm ich ein Pferdt, und wollte auf den Schellenberg reiten, um auf den 23 tn den Schellenbergern, wegen be- vorstehenden Feirtägen auf 3 Uhr Früh zu bieten, in dem St. Kreuz816 traf ich Andre Ott v. Nendeln, den sogenann- ten Aschber817, den Stein des Anstosses bey dortiger Frohnen an. Ich fragte diese um den Weeg, und Aschber entboth sich auf [Z]ureden des Waldhirts dahin zu reiten, und in Ordnung zu bieten818 er verrichtete alles haar klein nach dortigen Roodmeisters eigener Bekantniss, eben dieser samt Waldhirt [Andreas Ott] währ da mit Pferde, und Wa- gen[,] um Läglen zu laden, eine Fuhr, die zu keiner Zeit die Rood was anging. 
Von der Ordnung von Schellenberg gar zu sehr be- kannt, verlangte ich, dass Gedachte nicht von Stelle fah- ren sollen, und ich errieth es [,] anstadt 3 Uhr käme der kleine Gubernant samt seinen untergeordneten Traban- ten um 6 Uhr Frühe, die ganze Nacht verbrante ich Liech- ter, ich gehorchte meiner Pflicht, und wer Vernünftiger solle es behaupten, dass es der Fuhrmann nicht auch schuldig [sei]? Die Fuhr brachten als Johann Pümpl und Christian von JJesisl,] Kaspar Gsteu und Joh. Georg Müller v. da mit Johann Welte von Josters, samt Andre Ott, und Aschber lieferte um 5 Uhr Früh mit Lieferschein nach Balzersf] Schellenberg hat also aus eigener Schuld in nägster Rood 61 schw. 1 leichtes Malter zu ersetzen. Die zwote Kappital Sache ereignete sich den 2 tn Jännler] diess Jahres [1787], ich gäbe Anton Frummelt dass Both auff 4 Kübl Tabak[J Joseph Latzer v. Frastanz zugehörig, Fidel Frick von Mauren, kam Stadt Frühe spat, und Latzer beredte mich in dieser Zeit fast zu Tode, zwan- ge Aschber, der eben Läglen laden wollte, den 3 tn noch über die Staig nach Malans zu fahren, und weil ich arme Leute nicht gerne schädige, gab ich Fidel Frick 1 Malter samt 2 Fass Salz. [S]ind diese zwey Fälle, was ich nicht glaubet,] straffäl- lig, so strafe man mich, und nicht einen armen Unterthan, für den ich gehorsamst bitte, Wie viele Tausendt Zentner Hess nicht dass Land schon durch frömde [Fuhrleute] durch fähren, ineinander gerechnet, werden doch 4 Kü- bel[,I 1 Malter und zwei Fass Salz [den] Unterthanen zu verzeihen seyn. Schon ganze 5 Jahre arbeitete ich bereits einmahl für die Rood gewiess vergebens, und nun[J bey Eröffnung des Arlbergs, will es scheinen, dass ich mich entweder an der Rood nicht halten, oder ohne Verdienst seyn muss. Oder hat nicht gestern Herr Zoller von Rofaberg von hiesi- gen [Herrn] Hosp 3 Fass Salz nach Balzers geführt, soU ich geschert seyn? Ich bin eben der, der sich Pflicht dar- aus machet um das Brod beschwehrsam zu arbeiten, und aus diesem Grund, werde ich mich nach Kräften um Spe- dition bewerben!,] die Rood unterstützen, oder preterie- ren, wie andere, und dieses ist eben auch, was mich auf den Gedanken bringt, Leute gibt es im Gericht!,] die vor- her Waare lieferten, und sich itzt noch Speditors nennen, Wohllobl. Gnädiges Oberamt, wer weisst es, ob diese Alte Lunten noch lodert und durch solche Unruhen suchet die ganz zu untergraben ...». 164
        

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