DAS WIRTSHAUS ZUM «HIRSCHEN» («TAPPEINER-HAUS») Die später «Tappeiner-Haus» genannte Gaststätte zum «Hirschen» stand in der Mitte des Dorfes zwischen dem Kaufhaus und dem Wirtshaus «En- gel». Seit etwa 1680 wirtete dort Basilius Hoop.559 Er war im späten 17. Jahrhundert auch Landam- mann der Grafschaft Vaduz. Nach der Erwerbung von Vaduz und Schellenberg durch das Fürsten- haus Liechtenstein trat Basilius Hoop in den Jah- ren 1712 und 1718 als Sprecher des Volkes auf. Basilius Hoop stammte eigentlich aus dem Unter- land. Sein Vater Johannes Hoop war Zoller und Wirt auf Rofaberg sowie von 1634 bis 1652 Land- ammann der Herrschaft Schellenberg. Aus der Fa- milie Hoop gingen im 18. Jahrhundert zwei Pries- ter und Doktoren der Theologie hervor. Der «Hirschen» scheint nicht immer als Wirts- haus offen gestanden zu haben, oder es wurde dort zeitweise auch illegal gewirtet. In den rentamtli- chen Rechnungsbüchern tauchte später erst wie- der ab 1783 ein Umgeld zahlender Wirt auf. Es war (Franz) Joseph Frick, der dieses Wirtshaus dann Das «Tappeiner-Haus», ehemals Wirtshaus zum «Hirschen». Der eindrucks- volle Gebäudekomplex fiel leider 1964 einer Strassen- verbreiterung zum Opfer 
bis zum Dorfbrand von 1795 versah. 1803 erwähn- te der Zoller und Weggeldeinnehmer Joseph Wol- fmger den «Hirschen»-Wirt Frick, der nun gerade das Wirten völlig aufgegeben hatte. Wolfinger er- hielt zu diesem Zeitpunkt eine obrigkeitliche Er- laubnis zum Betreiben einer Weinschenke.560 Viel- leicht zog Wolfmger in das von Frick aufgegebene Wirtshaus zum «Hirschen» ein. 1808 wurde der «Hirschen» im Rechnungsbuch des Rentamts er- neut erwähnt, jedoch mit dem Hinweis, dass dieses Wirtshaus «ohne Bewilligung» dastehe. Später war Johann Baptist Vogt «Hirschen»-Wirt.561 Er war, wie Wolfinger zuvor, auch Zoller und Weggeldein- nehmer.562 Die Umgeldeinnahmen aus dem «Hir- schen» lagen etwas tiefer als die aus den anderen drei Balzner Gaststätten. Aber zumindest im Zeit- raum 1818 bis 1825 konnte der «Hirschen» dies- bezüglich dem «Adler» und dem «Engel» durchaus das Wasser reichen.5611 DIE ANDEREN LIECHTENSTEINISCHEN ORT- SCHAFTEN IM ÜBERBLICK Die folgende knappe Darstellung berücksichtigt in erster Linie die an der Landstrasse gelegenen Wirtshäuser. Die Ortschaft Balzers, die im vorher- gehenden Kapitel dargestellt ist, dient dabei als Ausgangspunkt. Von hier aus wandern wir nun der Hauptstrasse entlang nordwärts bis hin zur öster- reichischen Grenze. Zuerst erreichen wir Triesen. Das eigentliche Dorfzentrum lag zwar oberhalb der Durchgangs- strasse, aber das bedeutendste Wirtshaus befand sich bis ins 19. Jahrhundert stets unten an der Transitstrasse. Das Gasthaus zur «Sonne», 1507 das erste Mal erwähnt, war von 1737 bis 1785/86 im Besitz der Familie Gassner.564 Gemäss dem Triesner Steuerbuch von 1777 wies die «Sonne» ein Steuervermögen von rund 1000 Gulden auf; das war gut dreimal mehr als ein durchschnittli- ches Wohnhaus.565 Ab dem späten 18. Jahrhundert tauchte im Triesner Oberdorf sowie an der Triesner Landstrasse je ein zusätzliches Umgeld zahlendes Wirtshaus auf.566 Diesen Gaststätten gelang es 104
        

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