FÜRSTLICHER STUDIENRAT FELIX MARXER 1922 RIS 1997 t 15 Jahren. Unter seiner Führung waren 35 Son- derausstellungen durchgeführt worden. In einem Interview aus dem Jahre 1987 sagte Felix Marxer: «Ich habe viele Führungen mit Kindern und Er- wachsenen verschiedener Herkunft gemacht. Es gibt im Museumspublikum grosse Unterschiede. Man merkt nach der ersten Minute, ob man an- kommt oder nicht ... Freude macht auch das Ge- stalten einer Ausstellung.» Felix Marxer trat schliesslich im Mai 1987 in den verdienten Ruhestand. In seinen «Wünschen an den Nachfolger» hielt er Folgendes fest: «Der Konservator sollte nicht im Papierkram unterge- hen, sondern sich immer wieder an den vielen schönen Dingen, die im Museum aufbewahrt sind, freuen können. Im Umgang mit den Behörden, Amtsinhabern und Politikern wünsche ich ihm Zielstrebigkeit und Standfestigkeit im Prinzipiellen, aber auch etwas Geduld, wenn nicht alles ruckzuck verwirklicht wird, was ihm unerlässlich und drin- gend erscheint.» Im Ruhestand konnte Felix Marxer sich ver- mehrt seinen vielfachen Interessengebieten zuwen- den. Er bezeichnete sich selbst als Musik-Amateur und Amateur-Musiker. Musik hatte ihn das ganze Leben hindurch begleitet. An der Realschule in Va- duz hatte er ab 1947 zusätzlich Gesangsunterricht erteilt. Im Jahre 1963 wurde die Liechtensteinische Musikschule eröffnet, deren Gründung seiner Ini- tiative zu verdanken war. Er war Leiter der Musik- schule bis 1966. Felix Marxer spielte selbst mehre- re Instrumente, war Mitglied der Senioren-Musik und zuletzt Handorgel-Spieler beim «Trio Hirsch». Intensiv beschäftigte sich Felix Marxer mit Mundartfragen, schrieb und sprach die Mundart, bis zuletzt gefärbt von seiner Unterländer Her- kunft. Ein wichtiges Anliegen war ihm auch die Volkskunde. Er schrieb und erzählte viele Ge- schichten aus seiner Jugendzeit. Mit viel Engage- ment arbeitete er für das Senioren-Presseteam. Für die Jahrbücher des Historischen Vereins hatte Felix Marxer viele kleinere und grössere Berichte ge- schrieben. 1987 wurde Felix Marxer Ehrenmitglied des Historischen Vereins. In seiner Laudatio bemerkte 
der damalige Vorsitzende Dr. Alois Ospelt: «Seine ausgesprochene Fähigkeit, Menschen zu führen, Projekte zu leiten und zu organisieren, ohne dass die Betroffenen unangenehm verspüren, dass da geführt, geleitet und organisiert wurde, konnte Felix Marxer als Vereinsvorsitzender unter Beweis stellen. Dabei kam ihm seine Aufgeschlossenheit nach allen Seiten, sein unkomplizierter Zugang zu seinen Mitmenschen sehr zustatten.» Ich selbst habe Felix Marxer als einen Menschen erlebt, der offen auf einen zuging, der auch immer etwas von väterlicher Güte und mitmenschlichem Verständnis ausstrahlte. Er war ein Mensch, der sich selbst gegenüber einen strengen Pflichten- massstab anlegte und auch seinen Mitmenschen gegenüber eine deutliche Erwartungshaltung an den Tag legte. Trotzdem vernachlässigte und ver- gass er die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht. Felix Marxer war ein Vereinsvorsitzender, der seine Aufgaben über das Plansoll hinaus erfüllte. Der Historische Verein war für ihn eine Herzens- angelegenheit und blieb dies bis an sein Lebens- ende. Als jetziger Vereinsvorsitzender möchte ich Felix danken für seinen aussergewöhnlich grossen Einsatz, den er für unseren Verein geleistet hat. Er möge ruhen im Frieden des Herrn. 5
        

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