Fragen, die aus der theologisch-juristischen He- xendoktrin stammten und wenig Akzeptanz im volkstümlichen Hexenbild gefunden hatten, nicht berücksichtigt wurden. So fehlen etwa Aussagen zur kultischen Verehrung des Teufels als Gegengott auf den Hexensabbaten (Frage 25) und die Um- taufe bereits christlich getaufter Kinder (Frage 50). Sprachlich fällt bei der Frageliste vor allem der schwankende Gebrauch des grammatischen Ge- schlechtes der verhörten Person auf. In der ersten Frage ist von einem männlichen «Inquisiten», aber von «ihrem» Alter die Rede. Gleich darauf, will man wissen, wieviele Kinder «er» hatte. Auch spä- ter wechseln die Pronomen zwischen dem männ- lichen und dem weiblichen Geschlecht. Die Liste enthält insgesamt folgende 66 Punkte: 1. Wie inquisiten nähme seye, ihr alter u. stand? [durchgestrichen: und vermögen] 2. Ob inquisit verheürathet und wie vil er kinder habe? 3. Ob er glaube, daß Christus für ihne gestorben, auch durch die tauff ihne in seinen gnadenbund auffgenommen? 4. Ob er wisse, daß der jenige, so gott verlasset und sich dem laidigen teüfel ergibet, damit den himmel verscherze, und, wo er sich nicht beßert, dem satan mit leib und seel zu ewiger qual über- geben werde? 5. Ob inquisit nicht deßen ohngeachtet sich mit dem leidigen teüfel in pact eingelassen, und son- sten sich der hexerey theilhafftig gemacht? 6. Wordurch sich inquisit zu solchem abfall habe bringen laßen? 7. Wie lange zeit er nun mehro in disem zauber- leben stecke? 8. Ob er sich nicht dem teüfel mit leib u. seel er- geben? 9. Ob solches schrifft: oder mündtlich besche- hen? 10. Ob er nicht darbei gott und allen heiligen darbei[!] abgesagt? 11. Wo dise verschreibung beschehen? 
12. Ob solches bei tag oder bei nacht beschehen? Und woher er dinten undfeder genommen? 13. Ob er gott und allen heiligen nicht abgesagt und darbey die tauff aufgekündet? 14. Ob er sich niemahlen mit dem teüfel ver- mischt und unzucht mit ihme getrieben und wie offt wöchentlich? 15. Wie sein teüfel geheissen? 16. Ob er demselben nicht versprochen, zu de- nen angestellten hexen-dänzen u. versamlungen sich jederzeit einzustellen? 17. Ob sie nichts ferners versprochen, allen fleiß anzuwenden, mehrere leüthe zu verführen und in deß teüfels gehorsam zu bringen? 18. Wer inquisiten jeder zeit auf den danz-plaz gebracht? 19. Ob ihme der teüfel nie keine Salbung gege- ben, damit sich zu schmieren? Und wie offt? Auch wo sich diese salbe befindet? 20. Wie offt inquisit wöchentlich ausgefahren? 21. Ob er gewiß wisse, also ausgefahren zu sein? 22. Welches die ort, wo sie hin gefahren? Soll solche benennen? 23. Zu welcher Zeit die außfarth geschehen? 24. Was inquisit auff disen danzpläzen gese- hen? 25. Ob nicht ein teüfel vorhanden gewesen, wel- chen sie ehren müssen? Und wie er geheissen? 26. Wie lang der danz gewährt habe? 27. Was auff disem tanz vor mehrere cerimo- nien vorbey gegangen? 28. Ob speiß und tranck vorhanden gewesen? 29. Wie viel spielleüthe sich eingefunden? Und wie sie geheissen? 30. Wie viel personen auff disen conventen vor- handen gewesen, und wen er daraus gekennt? 31. Ob inquisit daß venerabile [geweihte Hostie] niemahlen hingetragen? Und wer mehr neben ihme der gleichen gethan? 32. Was sich hinnach mit dem venerabilU'.] an- gefangen? 33. Wene inquisit von den anwesenden leüthen gekennet, soll sie benennen? 78
        

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