«DER TEUFEL UND DIE HEXEN MÜSSEN AUS DEM LAND ...» / MANFRED TSCHAIKNER Maria und des himmlichen Heeres verläugnen, so wolle er ihr Geld genug geben. Das habe sie gethan und Geld darauf empfangen, da sie aber solches behalten wollte, seien es lauter Hobelschnitten ge- wesen. Oftmal habe sie nach Anleitung ihres Buh- len Kälbern, Kühen und anderem Vieh zu lecken gegeben und es sei allemal erkrankt und abgegan- gen. Oft sei sie zum Kamin oder zum Fenster auf einem Besenstiel hinausgefahren und habe das lustige Volk auf dem Balznerried, bei der Linden zu Vaduz, oder hinter dem Gulmen, besucht mit ihrem Buhlen und sei da gar fröhlich gewesen bei Tanz und Spiel.»363 Die angeführten Auszüge aus den Hexenge- ständnissen gleichen stark denjenigen Aussagen, die zum Beispiel im benachbarten Vorarlberg erfol- tert wurden. Die Hexen sollen vor allem aus Grün- den der Armut oder der Lüsternheit hinter den Teufel geraten sein, indem sie sich mit ihm zu- nächst auf eine Buhlschaft und daraufhin auf einen Pakt einliessen, bei dem sie Gott und die Heiligen verleugnen mussten und durch vorgeblendetes Geld betrogen wurden. Sie nahmen in der Folge an Hexensabbaten teil, wo es bei Musik, Speisen und Wein, der aus dem Keller bekannter Leute entwen- det wurde, recht munter hergegangen sein soll. Auf Anordnung des Teufels hätten die Hexen allerhand Schadenzauber ausführen müssen. Immer wieder versuchten sich die Angeklagten in ein besseres Licht zu rücken, indem sie erklärten, dass sie ge- schlagen wurden, wenn sie den Befehlen des Teu- fels nicht nachgekommen seien. Der angeführte Teufelsname «Jos» bildet die Kurzform des verbreiteten Vornamens «Jodok». Die zweite Bezeichnung «Federhans» verweist auf die gängige Vorstellung, dass der Teufel ähnlich 359) 
Vgl. s. 14 f. 360) Kaiser, Geschichte, S. 436. 361) Wiesen südlich des Dorfes, nördlich der Badtobelröfi: LNb Triesen, S. 18 f. 362) Kaiser, Geschichte, S. 435 f. 363) Ebenda, S. 436, 
Hexe und ihr Teufels- buhle unterwegs zu einem Hexentanz 73
        

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