haben wollte, konnten nur Katharina Bregenze- rin und Barbara Moratin gewesen sein. Welche Rolle Büchele bei den Prozessen wirklich gespielt hatte, lässt sich anhand der vorliegenden Dokumente nicht mehr feststellen. Auf alle Fälle wurde er nach eigener Einschätzung für seine Mühewaltung nur schlecht entlohnt. Mehr als 100 Gulden, auf die er einen Anspruch zu haben glaubte, waren immer noch ausständig. Die bösen Gerüchte über ihn stammten 
von misgöhnnern, deren er nicht wenige hatte. Er bat den kaiser- lichen Kommissar 
abschliessend, kheine weitere ungnadt diser processen halber auf 
ihn zu werf- fen.™ AMMANN KASPAR SCHREIBER Kaspar Schreiber, ehemaliger Zolleinnehmer zu Vaduz und Landammann,316 verstarb im Juni 1681. Da sich seine Verlassenschaft auf etwa 15 000 Gul- den belief, wurden seine Erben mit den An- sprüchen der Opfer der Hexenverfolgungen kon- frontiert, über deren Höhe aber keine Angaben vorliegen.317 Kaspar Schreiber glaubte selbst, dass Hexenper- sonen seinen Besitz und die Gesundheit seiner Tochter geschädigt hätten. AMMANN GEORG WOLF Ammann Georg Wolf aus Vaduz (1619 bis 1683318) hinterliess bei seinem Tod etwa 5 000 Gulden. Die kaiserliche Subdelegation einigte sich 1685 mit den Nachkommen der Opfer sowie den Erben des Va- duzer Landammanns darauf, dass letztere als pau- schale Wiedergutmachung 2 000 Gulden bezahl- ten.319 Ammann Wolf hatte sich durch Burgvogt Rusch einmal selbst auf zauberische Weise geschädigt ge- fühlt. 
AMMANN GEORG BÜRKLE Ammann Georg Bürkle aus Schaan, geboren 1616 oder 1617, machte 1682 Konkurs320 und wurde öffentlich vergantet. Daraufhin zog er aus der Graf- schaft Vaduz weg zu einem Bruder, der Geistlicher war.321 DIE AMMÄNNER HANS ÖHRE UND JAKOB SCHREIBER Die Schellenberger Landammänner Hans Öhre (ge- storben am 8. September 1687) und Jakob Schrei- ber, beide aus Eschen,322 waren die einzigen Ver- antwortlichen, die von der kaiserlichen Kommis- sion persönlich zur Rechenschaft gezogen hätten werden können. Man sah jedoch davon ab. Dafür mussten sie sich Anfang 1685 mit ihrem gesamten Hab und Gut verpflichten, für Schadenersatzzah- lungen bereit zu sein.323 Beide Ammänner waren allerdings laut Bericht des kaiserlichen Kommis- sars von sehr geringen mittlen.324 Hans Öhre hatte sich um 1675 übrigens selbst auf magische Weise massiv geschädigt und bedroht gefühlt. In dieser Meinung war er sowohl vom Scharfrichter als auch von den Kapuzinern be- stätigt worden.325 315) StAAug 2969. Ibl. 62a-63a. 316) Nicht in Ospelts Landammänner-Verzeichnis angeführt. 317) ÖStA Deneg. Ant. 96; VLA HoA 76,17. 318) Ospelt. Landammänner-Verzeichnis, S. 51; laut Schaaner Pfarrbuch von 1647-1694 (Film im LLA) wurde er am 17. März 1683 begraben. 319) VLA HoA 76,17; ÖStA Deneg. Ant. 96. 320) Büchel, Protokolle, S. 144. 321) ÖStA Deneg. Ant. 96; Ospelt. Landammänner-Verzeichnis, S. 42. 322) Ospelt, Landammänner-Verzeichnis, S. 47 u. 49. 323) VLA HoA 76,17. 324) ÖStA Deneg. Ant. 96. 325) Vgl. die Angaben bei Maria Kaiserin aus Eschen. 64
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.