«DER TEUFEL UND DIE HEXEN MÜSSEN AUS DEM LAND ...» / MANFRED TSCHAIKNER eine besonders heikle Angelegenheit. Für die Ent- stehung des Verdachts auf Schadenzauber bedurfte es keines unmittelbaren Kontakts mit den Tieren. Es genügte mitunter, wenn jemand ein solches in auffälliger Weise bewundert oder gelobt hatte und es dann erkrankte. Bestimmten Personen wie Anna Reinbergerin wurde schon vorgeworfen, dass sie einer Kuh mit einem schönen Euter nachgesehen hatten. Gleich darauf habe die Kuh nämlich abge- nommen. Jakob Panzer und seine Frau machte man mit ähnlicher Begründung für die erlahmten Hinterbeine eines Ziegenbocks verantwortlich, denn nur sie hätten dabei zugesehen, wie die Kin- der Leonhard Kindles ihn zuvor im Freien springen lassen hatten. Hielt sich eine Person ohne ersichtlichen Grund vor einem fremden Stall auf, wurde sie leicht mit einer Erkrankung des Viehs in Zusammenhang gebracht. Der Verdacht lag noch näher, wenn sich jemand sogar uneingeladen in einem fremden Stall umgesehen oder ein Tier berührt hatte. Sehr ge- fährlich konnte es sein, wenn jemand - entweder aus guter Absicht ohne Wissen des Eigentümers 
oder auf dessen Aufforderung hin - fremde Kühe molk und diese daraufhin erkrankten oder ver- endeten. Zauberischen Einflüssen schrieb man es auch zu, wenn Tiere zu wüten begannen oder sich zu Tode tobten. Eine Kuh, die beim Melken ein bisschen Milch verschüttet hatte, soll drei Tage lang keine Milch mehr gegeben haben, nachdem sie der Melker des- wegen eine Hexenkuh genannt und ihr mit dem «Eintränken» gedroht hatte. PROBLEME BEIM SCHMALZEN Vielfältig waren die Verdächtigungsanlässe beim Zubereiten von Butter, beim sogenannten Schmal- zen. Auch das Käsen war beizeiten mit solchen Schwierigkeiten verbunden, dass man dafür keine natürlichen Erklärungen finden konnte oder wollte. Gründe für Probleme sah man unter Umständen 257) Haberlandt, Taschenwörterbuch, S. 28. Hexe beim Schaden- zauber: Aus dem Beil- schaft melkt sie die Milch einer Nachbarskuh 53
        

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