HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 1996 Tätigkeitsbericht des Vereins pro 1996 Das Jahr 1996 war geprägt durch wichtige Neue- rungen. An der Jahresversammlung in Planken wurden ein neuer Vereinsvorsitzender und drei neue Vorstandsmitglieder gewählt. Deshalb ist auch die Berichterstattung über diese Versamm- lung recht ausführlich. Einen wichtigen Raum im Jahresbericht 1996 nehmen aber auch die geson- derten Berichte der einzelnen wissenschaftlichen Projekte, deren Trägerschaft der Historische Verein inne hat, ein. Alle Berichte beziehen sich auf das Kalenderjahr 1996, lediglich bei der Ermittlung des Mitgliederbestandes werden die Veränderungen er- fasst, die seit der letzten Jahresversammlung bis zum Zeitpunkt der Genehmigung des Jahresberich- tes durch den Vereinsvorstand eingetreten sind. JAHRESVERSAMMLUNG Die 95. Jahresversammlung wurde am Samstag, den 25. Mai 1996 im Hotel Saroja in Planken durchgeführt. Es war dies das erste Mal in der fast hundertjährigen Geschichte unseres Vereins, dass er seine Jahresversammlung in der kleinsten Ge- meinde Liechtensteins abgehalten hat. Der Ver- einsvorsitzende Dr. Alois Ospelt eröffnete pünktlich um 15.30 Uhr die Jahresversammlung. Noch vor der offiziellen Begrüssung machte er einen kleinen Exkurs in die Geschichte des Dorfes Planken: «Planken wird urkundlich erstmals 1361 im Zu- sammenhang mit dem Kauf der Alpe Guschg durch Schaan erwähnt. Vermutlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts besiedelten eingewanderte Walser das Dorfgebiet. Es dürfte aber schon früher durch die in Schaan und Vaduz ansässige romanisch sprechende Bevölkerung gerodet worden sein. Der Ortsname, abgeleitet vom romanischen Wort plaunca, das 
etwa Halde bedeutet, lässt darauf schliessen. Zusammen mit Schaan und Vaduz hatte Planken gemeinsamen Allmendbesitz. Erst zu Be- ginn des 19. Jahrhunderts wurden die gemeinsa- men Wälder, Riede und Weiden zwischen den drei Ortschaften aufgeteilt. Die heutigen Gemeindegren- zen und die eigenartigen Schaaner und Vaduzer Gebietsexklaven sind damals entstanden. 
Landvogt Josef Schuppler beschrieb 1815 Plan- ken wie folgt: <... ein kleines nach Schaan einge- pfarrtes, zwischen Nendeln und Schaan auf halber Berghöhe östlich ober der Strasse liegendes Dörf- chen von 33 Haushaltungen und 129 Einwohnern mit einer Filialkirche, worin vom Schaaner Pfarrer jährlich 26 mal Messe gelesen wird. / Die Bewoh- ner leben so wie die Triesenberger lediglich von der Viehzucht, weil nebst weniger Sommergerste und Erdäpfeln keine anderen Feldfrüchte gebaut werden. Die Lage ist hier für Baumfrüchte, vorzüg- lich für Steinobst, das in Menge wächst, zuträglich, daher der Obstertrag auch keine unbedeutende Nahrungsquelle des Örtchens ist. Die hier wohnen- den Untertanen sind die häuslichsten und wohlha- bendsten des Landes; sie werden nicht so wie die in anderen Gemeinden von Schulden gedrückt und haben einen zum Heuwachs sehr gut geeigneten Boden. Zur Sommerung des Viehes liegt gerade ob dem Orte in der Anhöhe ihre Alp, Gafadura ge- nannt. / Die Lebensweise ist fast jene vom Triesen- berge, weil auch sie mit ihrem Viehe von einem Stall zum andern wandern.) - Soweit Schupplers Beschreibung von Planken, die auch noch die fol- genden Jahrzehnte weitgehend gültig blieb. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet Planken in eine unheilvolle Entwicklung. Die landwirtschaftli- chen Bodenreserven waren bis zum Letzten ge- nutzt, die Bodenzerstückelung war weit fortge- schritten. Zahlreiche Plankner wanderten in die Talgemeinden ab. Die Ortschaft drohte auszuster- ben. Erst die in den 1950-er Jahren begonnene Ge- samtmelioration des Gemeindegebiets und die auf- kommende Motorisierung brachten eine Wende. Planken entwickelte sich zur attraktiven, prospe- rierenden und wohlhabenden Wohngemeinde von heute mit etwas über 300 Einwohnern.» Nach diesem Einblick in die geschichtliche Ent- wicklung des Versammlungsortes Planken begrüs- ste der Vereinsvorsitzende Dr. Alois Ospelt die an- wesenden Gäste und Vereinsmitglieder. Eine besonderer Willkommensgruss entbot er den Ver- treterinnen und Vertretern unserer Landesbehör- den, namentlich an Regierungsrätin und Kulturmi- nisterin Dr. Andrea Willi, sowie den anwesenden 299
        

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