REZENSIONEN OSTARRICHI - ÖSTERREICH: 1000 JAHRE - 1000 WELTEN» Eine Überlegung, die in mehreren Beiträgen zum Ausdruck kommt, betrifft das Verhältnis zwi- schen dem übergeordneten Europa und Österreich. Stellt man, wie Ulf zu bedenken gibt, die umfassen- de europäische Identität der österreichischen ge- genüber, scheint die Millenniumfeier fast anachro- nistisch. Brigitte Mazohl-Wallnig steht in ihrem Beitrag «Das Fach Österreichische Geschichte). Überlegungen zum Selbstverständnis einer wissen- schaftlichen Disziplin» (S. 11-18) argumentativ in der Tradition berühmter Vorgänger (Adam Wand- ruszka, Hugo Hantsch, Otto Brunner): Sowohl ein internationales Interesse, etwa in Forschungszen- tren an amerikanischen Universitäten, als auch eine starke europäische Zuwendung zu österreichi- schen Themen bei französischen, angelsächsischen und italienischen Historikern sei spürbar. Darüber hinaus «besonders gross ist die Faszination für Österreich in den Nachfolgestaaten der ehemals habsburgischen Monarchie, welche in der öster- reichischem ja ihre eigene Geschichte wiederfin- den» (S. 11 f.). Aufgrund des verstärkten Bewusst- seins für globale Zusammenhänge von Geschichte und Gegenwart erweist sich zudem die Aktualität der österreichischen Geschichte als Geschichte eines Vielvölkerstaates heute unter gewandelten internationalen Bedingungen zunehmend als eine Art Vergleichsmodell sowohl für die historische Integration als auch Desintegration und zur Theo- rie des Nationalismus. Der Legitimierungsdruck insbesonders österreichischer Historiker führt zu einer verstärkten Reflexion ihres Fachs und Tuns - ihr Gegenstand «Österreich) ist als geographisch- historisch-politischer Begriff der Vergangenheit je- weils unterschiedlich zu definieren und daher nur von der Optik der Gegenwart aus klar begrenzbar» (S. 13). Durch alle Rechtfertigungsversuche von österreichischer Geschichte zieht sich die europäi- sche Dimension des Faches, wie auch zum Beispiel in der Überwindung der bewussten Abgrenzung zwischen einer österreichischen und deutschen Ge- schichte. Der Beitrag von Robert Rollinger «Zum Räter- bild der Vorarlberger Landesgeschichtsschreibung. Dargestellt an ausgewählten Beispielen» (S. 179-242) 
soll aus zwei Gründen besonders ausführlich besprochen werden: Einerseits wollen, wie Robert Rollinger selbst erklärt, «seine Ausführungen im Rahmen der Vortragsreihe 
    

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