REZENSIONEN «ABER DER ARCHITEKT WILL BAUEN» «Aber der Architekt will bauen» Das Autorenduo Andreas Bellasi und Ursula Riede- ANDREAS BELLASI, rer hat sich einer Biographie angenommen, deren Spuren heute noch in Liechtenstein lesbar sind. Zwischen 1924 und 1974 entfaltete der deutsche Architekt Ernst Sommerlad in Liechtenstein und seiner Nachbarschaft eine enorme, zumal für das Ortsbild von Vaduz prägende Bautätigkeit. Ein Ziel der Autoren ist es, den lebensgeschichtlichen Faden dieser am Tatort Vaduz vorab durch das «Villenviertel» bekannten Existenz aufzunehmen. Zugleich soll die Biographie des Architekten zeit- geschichtliche Einblicke in den Lebensraum Liech- tenstein eröffnen. Der Schwerpunkt wird hierbei 
URSULA RIEDERER: ALSLEBEN, ALIAS SOMMERLAD. LIECHTEN- STEIN, DIE SCHWEIZ UND DAS REICH. Zürich, Rotpunktverlag, 1997. 268 Seiten, CHF 36.- ISBN 3-85869-138-0 auf die Vorkriegs- und Kriegszeit gelegt. Jene Zeit- spanne also, in der sich Sommerlad einerseits geschäftlich etablierte, zugleich zu einer von Ein- heimischen beargwöhnten, vom Gewerbe gar an- gefeindeten Figur wurde. Schliesslich gilt ein we- sentliches Untersuchungsinteresse dem Verhältnis Sommerlads zu den lokalen Machtträgern, zu den liechtensteinischen und schweizerischen Behörden ebenso wie zu den politischen Abgesandten seiner Heimat, die ab 1933 nationalsozialistisch geführt wurde und auch den Kleinstaat am Rhein nach- haltig beschäftigte. Unter den Vorzeichen des schwer lastenden Na- tionalsozialismus begegnet uns also zunächst eine politisch aufgemachte Biographie. Das Buchcover verbindet hierzu geschickt Sommerlads zeitweili- gen Decknamen «Alsleben» mit einem braunstichi- gen HJ-Bild aus den liechtensteinischen Alpen. Wieweit sich diese augenfällige Politisierung Som- merlads triftig nachweisen lässt, was dabei über Liechtenstein zu erfahren ist und wo schliesslich die Architektur bleibt, lässt sich anhand der Lektü- re genauer bestimmen. 287
        

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