DENKMALSCHUTZ IN LIECHTENSTEIN 1996 HANSJÖRG FROMMELT BALZERS, «MALS», KAPELLE ST. PETER2 Um 1300 Um 1510 Um 1578 1595 1640 1756 1873 1934 1951 1969/70 1970/71 1996 
Erbauung einer kleinen rechteckigen Kapelle mit quadratischem Altarraum unter einem Kreuzrippengewölbe. Erweiterung durch den Anbau des polygonalen dreiseitig geschlossenen Chors an den einfachen Rechteckraum. Auf diesen Umbau bezieht sich eine Quelle vom 22. Januar 1510.22 Der kleine Flügelaltar, der gemäss dem Vi- sitationsprotokoll von 1640 im Jahre 1516 entstanden sein soll, wird wohl das Ende dieser Neugestaltung markie- ren. Anbau des Glockenturms mit vier Geschossen. Errichtung zweier Kreuz- gratgewölbe im Langhaus. Die spätere Aufstockung des Turmes um ein weite- res Geschoss lässt sich zeitlich nicht genau bestimmen. Visitation am 17. Oktober. Visitation. Abbildung in der Kolleffel-Karte. Gesamtrenovation mit Portalerneue- rung. Veränderungen am Chorgewöl- be. In das steinerne Giebelfeld des Por- tals werden die Jahreszahl 1873 und die gekreuzten Petersschlüssel einge- meisselt. Innenrenovation. Unterschutzstellung. Archäologische Ausgrabung und bau- geschichtliche Untersuchung. Restaurierung. Die Kreuzgratgewölbe über dem Langhaus werden abgebro- chen.23 Die gesamte Kapelle wird im Anschluss an die Bauuntersuchung neu verputzt. Unterhaltsarbeiten am Verputz der Ka- pelle. Restaurierung und Konservie- rung des spätgotischen Flügelaltars. 
Beim Gründungsbau von St. Peter handelt es sich nicht - wie lange angenommen wurde - um eine der beiden frühmittelalterlichen Kirchen von Bal- zers, welche im churrätischen Reichsgutsurbar von 842/843 verzeichnet sind.24 St. Peter wurde erst im 14. Jahrhundert als Privatkapelle errichtet. Seine Grösse, wie auch das Verhältnis von Vorraum zu Altarraum wären für eine Benützung als Pfarrkir- che zu klein gewesen. Die Kapelle bildete zusam- men mit dem Turmhaus eine Einheit - das Zen- trum eines bedeutenden Grundbesitzes. 21) Eine Zusammenfassung der baugeschichtlichen Daten bei Poeschel (1950) und Sennhauser (1971). 22) Poeschel (1950). S. 43. 23) Vgl. Gstöhl; Vogt, S 63. 24) «Ecclesiae .11. cum Decima de ipsa curte.» Vgl. LUB 1/1, S. 42. Zum churrätischen Reichsgutsurbar und dessen Datierung: Cla- vadetscher (1994). Zur Problematik der Zuweisung: Pepic(1996), S. 139. 275
        

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