DENKMALSCHUTZ IN LIECHTENSTEIN 1996 HANSJÖRG FROMMELT Die Denkmalschutz-Chronik hat bereits nach weni- gen Jahren ihren festen Platz im Jahrbuch des Hi- storischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein erhalten. Sie stellt dem Leser bauhistorisch wertvolle Bauten des Landes vor. In der Chronik werden jene Bauten aufgelistet, die im jeweiligen Berichtsjahr unter Denkmalschutz gestellt, unwi- derruflich zerstört oder als bereits unter Schutz stehende Baudenkmäler renoviert und konserviert worden sind. Oft wird der Begriff «Denkmal» in Zusammenhang mit Bauten verwendet, deren dauer- hafter Erhalt nicht gesichert ist oder die bereits der Spitzhacke zum Opfer gefallen sind. In kurzen Be- gleittexten wird erläutert, warum es sich auch bei den abgebrochenen Gebäuden um denkmalpflege- rische Schutzobjekte handelt. Als Quellen liegen der Chronik die Rechen- schaftsberichte der Regierung an den Hohen Land- tag, Gemeindepublikationen, Pressemitteilungen sowie die wertvollen Angaben des Bauhistorikers sowie des Sachbearbeiters der Abteilung Denkmal- schutz beim Hochbauamt zu Grunde. Zu besonde- rem Dank bin ich auch dieses Jahr wiederum dem Bauforscher Peter Albertin aus Winterthur und Michael Pattyn vom Hochbauamt in Vaduz für Hin- weise zu einzelnen Objekten verpflichtet. Mit bei- den Kollegen habe ich viele der Objekte besichtigt und Fragen zur Baugeschichte erörtert. Viel Wis- senswertes verdanke ich Professor Oskar Emmen- egger aus Zizers, der sich immer für objektge- rechte Renovationen einsetzt. In den vergangenen Jahren hat er der Denkmalpflegestelle Liechten- steins seine grosse Erfahrung immer wieder zur Verfügung gestellt. Auch ihm sei herzlich dafür ge- dankt. Dem Tätigkeitsbericht1 der Denkmalschutz-Kom- mission der Fürstlichen Regierung kann entnom- men werden, dass sie sich 1996 neben der Überar- beitung der Ortsbildinventare wie in den Vorjahren in erster Linie dem Erhalt bäuerlicher und indu- striegeschichtlicher Zeitzeugen gewidmet hat.2 Nach intensiven Verhandlungen mit der Ge- meinde Triesen konnte im Berichtsjahr die stillge- legte Weberei der Firma Jenny, Spoerry & Cie. in Triesen unter Denkmalschutz gestellt werden. Die 
Renovation des Fabrikgebäudes, dessen Geschichte nachfolgend vorgestellt wird, wurde weitergeführt. In Zusammenhang mit der Umnutzung der ehemaligen Baumwollspinnerei der Firma Jenny, Spoerry & Cie. in Vaduz stellte die Regierung an den Hohen Landtag den Antrag, die LIS-Fachhoch- schule in das schützenswerte Zeugnis der frühen Industrialisierung Liechtensteins zu integrieren.3 Obwohl sich die Denkmalschutz-Kommission der Fürstlichen Regierung wiederholt für die Unter- schutzstellung ausgesprochen hatte, wurde auf dieses Anliegen nicht eingegangen.4 Die vom Ge- meinderat erlassene Spezialbauordnung mit Über- bauungsrichtplan soll «den Geltungsbereich, die möglichst weitgehende Erhaltung der historischen Substanz, die Einordnung von Neubauten und die zonenkonforme Nutzung» regeln.5 Es bleibt abzu- warten, ob der Schutz und Erhalt denkmalpflege- risch wertvoller Bauteile nur mittels einer Spezial- bauordnung erreicht werden kann. Die Frage stellt sich umsomehr, als die künftigen Planungen den Landesstellen nur «konsultativ unterbreitet» wer- den sollen.6 Der Chronist wird sich mit der Ge- schichte der ehemaligen Spinnerei nach Abschluss der mit der Umnutzung zusammenhängenden Um- bauarbeiten befassen. 1) Der Tätigkeitsbericht ist jeweils im Rechenschaftsbericht der Fürstlichen Regierung wiedergegeben. Vgl. für das Jahr 1996 den Rechenschaftsbericht (1996). 2) Rechenschaftsbericht (1996), S. 248. 3) «LIS-Fachhochschule ins Spoerry-Areal integrieren». In: LVolks- blatt, Samstag, 23. November 1996. 4) Vgl. Ratstube (1994), S. 1 und Brennpunkt (1994), S. 3. 5) Nachrichten (1996/2), S. 1 f. 6) Neuer Art. 12 a in der Bauordnung der Gemeinde Vaduz als baurechtliche Basis für die künftigen Nutzungen der ehemaligen Spinnerei. Vgl. Nachrichten (1996/2), S. 1. 269
        

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