«... PFLANZT GÄRTEN AN UND ESST IHRE FRUCHT ...» ULRIKE MAYR Pflaume, Kastanie, Feige, Pfirsich, Hasel- und Wal- nuss sowie Quitte eingetragen. Eine bedeutende Quelle stellt das byzantinische Handbuch «Geoponika» aus dem 10. Jahrhundert dar. Es handelt sich dabei um eine der wichtigsten Schriftquellen zur Landwirtschaft dieser Zeit. Darin konnte der Interessierte nützliche Ratschläge zur Ungezieferbekämpfung finden und sich über die Gartenkunst informieren. Weiters gibt das Hand- buch Hinweise auf unterschiedliche Vermehrungs- techniken und zur Baumpflege. Auch das erst viel später allgemein verbreitete Aufpfropfen von ver- schiedenen Obstsorten auf Quitten wird erwähnt. Zahlreiche der darin zu findenden Anweisungen sind heute noch gültig. Seit dem hohen Mittelalter wurde den verschie- denen Veredelungs-Techniken von Obst erneut ein grosses Augenmerk geschenkt. Die Schriften des Gelehrten Albertus Magnus (1193-1280) über die Botanik und das «Pelzbuch» des Gottfried von Fran- ken im 14. Jahrhundert27 blieben nach ihrem Erscheinen als Standardwerke bis ins 18. Jahrhun- dert aktuell. Erst ab dieser Zeit fand das vermehrte Interesse an der Gartenkultur seinen Niederschlag in einer steigenden Anzahl von Büchern. Als «Neue- rung» setzte sich nun auch die schon seit längerem bekannte Technik durch, Birnen und andere Obst- sorten auf Quittenbäumen zu veredeln. Diese blie-Abb. 6: Reife Wildbirnen 17) Kühn; 
Akeret. (Pyrus pyraster L. Burgs- dorf) 18) Waid (1991), S. 182 f.; freundliche Mitteilung von Marianne Petrucci-Bavaud (Bearbeiterin der botanischen Funde der Grabung Balzers-Amtshaus). 19) Rippmann (1996). 20) Brombacher et al. (1997). 21) Jacomet et al. (1989), S. 262. 22) Caroll-Spillecke (1992), S. 154. 23) Weeber (1995), S. 267; C. Plinius Secundus d. Ä., Naturkunde, Bücher 14./15., Kap. XVI, S. 53-58. 24) Waid (1991). 25) Stiglmair (1988), S. 103 f.; Vogellehner (1984), S. 73 f. 26) Vogellehner (1984), S. 77. 27) Mühl (1991), S. 8; Schröder-Lembke (1984), S. 113. 261
        

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