schenkorridors als trennende Schicht zwischen Wohn- und Nutzräumen entstanden ist, oder einen Typus, der aus der Erweiterung des klassischen, gotischen und zweiraumtiefen Grundrisstypus ent- stand? Vermutlich ist eher letzteres der Fall. Man betritt dieses Haus durch den traufseitigen Eingang an der Südfassade (Abb. 36) und gelangt so in das bereits öfters erwähnte Vorhaus. Von hier führt eine zweiläufige Treppe auf das sogenannte Brüggli, den oberen Verteilraum. Durch zwei Wän- de abgetrennt, gelangt man durch eine Türe in einen Raum, in dem die in den Keller führende einläufige Treppe beginnt. Ob dieser Raum als Abstellraum (quasi Garderobe) oder Vorratsraum (entsprechend dem erwähnten Grundrisstypus) diente, ist nicht klar. Vom Vorhaus führt eine Türe in die grosse Stube, von dort weiter eine Türe in die Nebenkammer. Geradeaus gelangt man vom Vor- haus in die Küche, die wieder eine Verbindung in die Nebenkammer hat. Bei den Fassaden sind sowohl die Süd- als auch die Westseite im Erdgeschoss mit vertikalen Bret- tern verkleidet. Die Nordseite (Abb. 35) ist als Wet- terseite bei der vorderen Raumschicht sogar bis an die Traufkante verkleidet. Die Gwettköpfe sind im Gegensatz zu Haus Nr. 19 nur im Erdgeschoss mit einem Bretterschirm verkleidet. 
LANDWIRTSCHAFTLICHE NUTZRAUTEN GRUNDSÄTZLICHES In den folgenden Punkten wird kurz auf die Eigen- heiten der landwirtschaftlichen Nutzbauten der Walser von Triesenberg eingegangen. Auf ausführ- liche Analysen und Herstellen von grösseren Zu- sammenhängen mit anderen Walsergebieten wird hier verzichtet, da dieses immense Gebiet hier nicht mit genügender Gründlichkeit abgedeckt werden könnte. Gerade bei den Waisern von Triesenberg haben die landwirtschaftlichen Nutzbauten bis zum Be- deutungsverlust der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten eine besondere Bedeutung, da sie im Gegensatz zu den Talbewohnern als Bergbauern ein komplexeres System von Viehwirtschaft zu be- wältigen hatten. So existiert in Triesenberg eine bedeutend grössere Anzahl von verschiedenen Nutzbautypen als in den Talgemeinden. In die Nähe kommen vielleicht noch jene Talbauern, die im Ruggeller Riet Torf abbauten und zu diesem Zweck spezielle Hütten errichteten. Die Vielfältigkeit der landwirtschaftlichen Nutz- bauten in Triesenberg wird noch verstärkt durch die alte Walsertradition, den Stall abseits vom Haus zu errichten. Es wird oft behauptet, dies hätte mit der Angst vor komplettem Verlust aller Habe bei ei- nem Brandfall zu tun. Diese Erklärung lässt sich wissenschaftlich nicht erhärten, viel wahrscheinli- cher hat diese Bautradition mit den bereits ein paar mal erwähnten Problemen des Bauens am Hang zu tun. Es ist aber nur natürlich, dass daraus nach längerer Zeit eine Tradition geworden ist, die unter anderem auch mit der Brandfallabsicherung erklärt wird. Auf jeden Fall findet man auch in Triesenberg immer mehr Stallbauten, die von Beginn an oder nachträglich an die Bauernwohnhäuser angebaut wurden, so zum Beispiel auch der Fall beim be- schriebenen Haus Nr. 48 auf Müli/Litzi. 244
        

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