oder aber die häufigeren zweiflügligen Einzelfen- ster hat (Abb. 23, 26, 27 und 32), lässt sich nicht schlüssig erklären. Vermutlich soll die Reichhaltig- keit der Fassaden auch anzeigen, wie wohlhabend der Erbauer zum Zeitpunkt der Erstellung ist. Erwähnenswert ist schliesslich die Tatsache, dass es in Triesenberg einige ältere Häuser gibt, die als Teil der sogenannten Fahrhabe mit dem Besit- zer den Standort gewechselt haben, wie auch das erwähnte Haus Nr. 12 in Schellenberg ein solches Beispiel ist. Nachfolgend beschreibt der Verfasser die zwei seines Erachtens wichtigsten Bauobjekte in Trie- senberg. Im Fall von Haus Nr. 48 auf Müli/Litzi stehen dazu auch Pläne zur Verfügung, im ersteren Fall von Haus Nr. 19 auf Üenaboda eine bauge- schichtliche Würdigung als Vorarbeit zur bereits erwähnten laufenden wissenschaftlichen Untersu- chung und Bauaufnahme.24 
BESCHREIBUNG ZWEIER HÄUSER IN TRIESENBERG HAUS NR. 19, GENANNT «HAGSTICKERS», ÜENABODA Das Objekt hegt in der Flur Üenaboda-Hag, im heu- tigen Ortskern der einstigen Streusiedlung. Der Standort ist gekennzeichnet durch eine ausgepräg- te Westhanglage, dadurch liegt das Kellergeschoss talseits etwa zur oberen Hälfte frei, zur unteren Hälfte im Erdreich. Das Mehrzweck-Bauernhaus besteht aus einem zweigeschossigen Wohnhaus für eine Familie, er- stellt als Gwettkopf-Strickbau in Kanthölzern. Die Binnenwände sind vollständig durchgezäpft. Der Dachaufbau wurde bereits auf S. 238 behandelt, es handelt sich um ein sogenanntes Rafendach, das heisst eine Mischform zwischen Sparren- und Pfet- tendach. Teile dieses Kernbaues datieren vermut- lich ins 16. oder 17. Jahrhundert zurück. Auf beiden Traufseiten befinden sich einge- schossige Ökonomieanbauten unter dem abge- schleppten Wohnhausdach. Der nördliche Anbau mit darüberliegendem Dachraum wurde mutmass- lich zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert erbaut und diente erst als Scheune oder Werkstätte. Um zirka 1900 wurde er teilweise zur Erweiterung der Nebenstube genutzt, zu diesem Zweck wurde die Strickwand herausgetrennt und der Raum mit teils maschinengesägtem Holz in den Scheunenraum erweitert. Der dahinterliegende Stall stammt aus dem 19. Jahrhundert und kam eventuell an die Stelle eines älteren Stalles zu stehen. Auf der Südseite bildet eine angehängte Laube einen eingeschossigen Eingangsraum mit darüber- liegendem Dachraum. Von hier hat es einen Zu- gang zur Küche im Kernbau und einen Zugang zum dahinterliegenden Schweinestall. Die Laube ist als Gerüstbau mit aussenseits angeschlagenem Brettschirm mit Deckleisten vermutlich um 1900 entstanden. Der erwähnte Schweinestall bergseitig der Laube ist ebenfalls als Gerüstbau mit an- geschlagenem, jedoch stumpf gestossenen Brett- 240
        

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