Erdgeschoss mit klassisch zweiraumtiefem Grund- riss hat der Verfasser auf Triesenberg nicht gefun- den, hingegen existieren solche Adaptionen eines typischen Holzbaugrundrisses in Mauerausführung in anderen liechtensteinischen Gemeinden, ver- mutlich entstanden diese meist erst in diesem Jahr- hundert. Die Dächer, ursprünglich schwach geneigt, spä- ter teilweise mittelsteil, waren früher immer als 
Pfetten-Rafen-Dächer konstruiert. Die Pfetten, im einfachsten Fall drei (eine Firstpfette, zwei Wand- pfetten), häufig aber auch eine «grössere» Zahl, stehen an den Giebelseiten weit über die Block- wand hinaus und ermöglichen so einen grossen Dachüberstand. Neben diesen Pfettendächern mit Firstpfette, gibt es bei einigen Bauten walserischer Herkunft solche, bei denen die beiden obersten Zwischenpfetten relativ nahe zusammenrücken, so dass keine Firstpfette vorhanden ist. Stets wurden aber Rafen über die Pfetten gehängt, die am First paarweise verbunden wurden. Auf ihnen lagen die Dachlatten. Als Bedachungsmaterial wurden ur- sprünglich grosse Holzschindeln mit einer Länge von 50 bis 70 cm verwendet. Sie waren nur auf- gelegt, Schwerhölzer und Steine sorgten dafür, dass sie von den Sturmwinden nicht weggetragen wurden (Abb. 29). Steilere Dächer, seit ungefähr dem 18. Jahrhundert üblich, wurden mit Nagel- schindeln gedeckt. Ab dieser Zeit fand das Ziegel- dach immer grössere Verbreitung und herrscht heute fast ausschliesslich vor. So wurde beim Bei- spiel Haus Nr. 19 auf Üenaboda vermutlich am Ende des 18. oder in der ersten Hälfte des 19. Jahr- hunderts das flach geneigte Rafendach mit Brett- schindeldeckung durch ein steiles Sparrendach mit in barocker Art erhöhtem Dachgiebel und Zie- geldeckung ersetzt.22 Dasselbe passierte mit dem bereits erwähnten alten Bauernhaus Nr. 12 in Schellenberg (Abb. 19 und 28 unten).23 Beim in Abbildung 29 gezeigten Haus wurde inzwischen ebenfalls das flache Schwardach durch ein neues, steileres Ziegeldach ersetzt, dabei wurden die vor- ragenden Wandpfetten abgesägt. Wie bei den Häusern Nr. 165 und Nr. 19 (Abb. 29 und 34) sichtbar, wurden den Wohnbauten oft seitlich Lauben und Wirtschaftsbauten angehängt. Das Dach wurde dabei geschleppt. Diese Anbauten dienten verschiedenen Zwecken, so waren sie ei- nerseits Witterungsschutz, anderseits konnten sie zusätzliche Nutzungen wie Schweine- oder Geflü- gelhaltung oder ähnliches aufnehmen und bildeten so die bereits erwähnte horizontale Erweiterung bei steigendem Platzbedarf. Dieses seitliche Anfü- gen beobachtet man im Talgrund weit seltener und 238
        

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