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b2 Abb. 18: Entwicklung dreiraumtiefer Grundriss- typen (Firstachse immer senkrecht) Schlaf- und Feuerhaus 2 Küche x Feuerstelle 3 Stube 3a Nebenstube 4c Vorratskammer 5 Korridor, Vorhaus 
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3a feststellen lassen, wie sie im noch genauer erläu- terten Fall von Haus Nr. 48 auf Litzi vorliegt (Abb. 35 und 36). Dort wurde erst in unserem Jahrhun- dert auf der Hangseite, hinter der Küche und dem sogenannten Vorhaus, ein Wirtschaftsanbau hinzu- gefügt. Bei eingehender Betrachtung von Bauernhäu- sern aus den liechtensteinischen Talgemeinden und jenen von Triesenberg stellte der Verfasser fest, dass - unter Einbezug der nachträglich zu drei- raumtiefen erweiterten Bauten - in der gesamten Region dies- und jenseits des Rheins eine einfache, zweiraumtiefe Grundrissdisposition vorherrscht (Abb. 19). Damit ist erwiesen, dass die isolierte Betrachtung der Grundrisse nicht erlaubt, von ei- nem typischen, durch Raumorganisation zu unter- scheidenden liechtensteinischen Walserhaus zu sprechen, das sich direkt von jenen des ursprüng- lichen Siedlungsgebietes im Wallis oder der Mutter- kolonie im Raum Davos ableiten lässt. Man erkennt also, dass es nicht nur kein typisches Walserhaus in Liechtenstein gibt, sondern dass die Häuser auf Triesenberg in ihrer Grundrissanlage mit derjeni- gen des sogenannten Rheintaler Hauses identisch 
sind. Ja, es ist sogar fraglich, aufgrund der Grund- risse von einem Rheintaler Haus zu sprechen, da die gleiche Disposition zum Beispiel auch im Vor- derrheintal oder in Schwyz vorkommt (Abb. 20 und 21). Bei dieser «klassisch», «gotisch» oder einfach «spätmittelalterlich» genannten, zweiraumtiefen Grundrisslösung, die auf Triesenberg genauso wie im St. Galler Rheintal vorherrscht und bis ins 19. Jahrhundert zur Anwendung kam, liegt im Erdge- schoss auf der besonnten südlichen Seite Stube und Nebenstube, dahinter auf der sonnenabgewandten Seite quergestellt die Küche mit einem oder zwei traufseitigen Eingängen. In Triesenberg sind diese klassischen Kernbauten (wie alle Bauten) stets gleich gestellt, nämlich mit der Giebelfront zur Tal- seite, das heisst die Firstachse ist stets parallel zur Hangfalllinie. Bei der schematisierten Zusammen- stellung einiger zweiraumtiefer Grundrissvarianten in Abbildung 22 erkennt man diesen Typus, der einst im ganzen Alpenraum mit kleinen Variatio- nen verbreitet war, bei den Nummern 6a, 8a, 9d, 10a und IIa wieder. Die Ausgangslage bildete ein einfaches, aus zwei Räumen bestehendes Ge- schoss. Diese simple Zweiräumigkeit, wie wir sie 232
        

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