SIEDLUNGS- UND BAUFORMEN DER LIECHTEN- STEINER WALSER / THOMAS ZWIEFELHOFER Siedlungsstmktur von Triesenberg Ab 1880: Erstellung zahlreicher Verbindungsstras- sen zwischen den verschiedenen Häusergruppen und Weilern. 1901: Alle Oberländer Gemeinden (ausser Planken) sind nun bevölkerungsmässig grösser als Triesen- berg. Die Zahlen im Einzelnen: Triesenberg 890, Triesen 995, Schaan 917, Vaduz 995, Balzers 1012, Planken 56 (Liechtenstein total 7531). 1938/39: Bau der jetzigen Pfarrkirche anstelle der alten Kirche von 1767. 1947: Bau des Strassentunnels (700 m) von Gnalp nach Steg (Abb. 2). 1961: Eröffnung des ersten Heimatmuseums im Haus Nr. 19 (div. Abb.) auf Üenaboda. 1961-1988: Melioration des gesamten Gemeinde- gebietes. Versuche zur Einführung eines Zonenpla- nes werden an der Urne abgelehnt. Für 1993 lauten die Oberländer Einwohnerzahlen wie folgt: Triesenberg 2406, Triesen 3776, Vaduz 5072, Schaan 5129, Balzers 3841, Planken 317 (Liechtenstein total 30 310). 1995: Unwetterschäden und Erdrutsche, die bis ins Tal hinunter reichen und ganze Häuser zerstören. Die Bevölkerungszahlen entstammen dem Anhang von Alois Ospelt zu seiner Dissertation «Wirt- schaftsgeschichte des Fürstentums Liechtenstein» (JBL 72) sowie (für 1993) dem vom Amt für Volks- wirtschaft herausgegebenen Statistischen Jahr- buch. Die Angaben zur Geschichte von Triesenberg stützen sich auf Engelbert Bucher (siehe Anmer- kung 1). 
VON DEN «ALEMANNEN» ÜBER DIE «WALSER» ZU DEN «TRIESENBERGERN» Die Siedlungsgeschichte der Walser auf Triesen- berg beginnt genau genommen bereits mit der grossen Völkerwanderung, die das allmähliche Ende des römischen Reiches einläutete. Während aber der Grossteil der damals bewegten Völker aus dem Norden spätestens gegen die erste Jahrtau- sendwende zur Ruhe kam und sich die neuen Sied- lungsräume erkämpft hatte, dauerte die Wande- rung einer kleinen Volksgruppe, die ursprünglich als Alemannen von Norden in den heutigen süd- deutschen Raum und die Schweiz eingedrungen war, bis ins späte 14. Jahrhundert an. Gegen 200 nach Christus vereinigten sich in der Gegend des Mains verschiedene westgermanische Stämme zum Stamm der «Alemannen» («alle Man- nen»). Es waren kriegerische Leute, die in Raubzü- gen bis nach Italien vorstiessen. Daneben waren sie aber auch fleissige Hirten und Bauern, die sich immer weiter südlich ansiedelten. Um das Jahr 300 liessen sie sich im heutigen Baden-Württem- berg nieder, um 450 wanderten sie im Elsass ein, nach 500 zogen sie in die heutige Schweiz. Nach der verheerenden Niederlage gegen den Fran- kenkönig Chlodwig flüchteten sie sich unter den Schutz des Ostgotenkönigs Theoderich, der auch die damaligen zwei rätischen Provinzen beherrsch- te. Damit gehörte auch ein Grossteil der heutigen Deutschschweiz zum Herrschaftsgebiet von Theo- derich. Lange siedelten sie sich nun neben der an- sässigen alten rätischen und gallorömischen Bevöl- kerung an, dehnten ihr Siedlungsgebiet aber dabei vor allem entlang der Aare und dem Rhein bestän- dig aus. Während es entlang dem Rhein aufwärts schwierig war, die ansässige rätische Bevölkerung zu verdrängen und die Alemannen so nur langsam vorwärts kamen, ging es entlang der Aare zügig 4) Bucher (1992), S. 51: «Dieser Fahrstrasse gingen schon uralte Alpfahrtswege voraus: Einer führte von Schaan über das Wild- schloss, Prufatscheng und Masescha zum Kulm. Ein Anderer von Triesen über Triesenberg, Gnalp, Kulm nach Sücka, Steg und Malbun.» 217
        

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