«DER TEUFEL UND DIE HEXEN MÜSSEN AUS DEM LAND ...» / MANFRED TSCHAIKNER gueth und blueth zumahl in ono instanti [«auf das schnel- le Geld»] gericht gewesen unnd wo das gueth ainmahl ahngegriffen worden, das blueth darumben vergossen werden miessen, damit die spöttliche widerhaimbgebung des entfüehrten vermitten werde. DANIEL WALSER AUS VADUZ, SOHN HANS WALSERS UND BRUDER DER JOFIANNA WALSERIN IN MAUREN (SRg, fol. 130b-132b; StAAug 2969, fol. 47a; StAAug 2971, fol. 4a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1.682, S. 11; Welz 1, S. 59 f.) Daniel Walser stand wegen seines 1648 verbrannten Vaters in schlechtem Ruf. Bei einer Inquisition am 5. September 1678 erklärte Eva Jenin, dass Daniel Walser und Andreas Hemerle beim Brunnen dazu gekommen seien, als sie 
einmal geflügel abgestochen und gebuzt habe. Nachdem 
ersterer ein ge- buzte henn in die hand genommen hatte, entdeckte die Je- nin, daß die henn im maul und. halß voll weisser wurm seye, darumben sye besagten Daniel Walser ausge- schmückt, daß er ihr die henn verdörbt. Beim Gerichts- verfahren gegen ihn musste er später gestehen, dass er der Henne ein weisses Gift, das ihm der Teufel gegeben hätte, in den Schnabel geschoben 
habe, darvon die leüth, wan sye es genossen, hetten sterben müessen. Anna Güf- lin gab zu Protokoll, sie habe der Jenin beim Ausnehmen der Hennen geholfen und davor keinen Mangel am Tier bemerkt. Weiters erklärte die Mutter Daniel Walsers, Katharina Ospeltin, unter 
Eid, daß ihr söhn nicht nuz und zu keinem gebett zuvermögen seye; hat sich auch beklagt, daß ihr kue kein milch gebe und daß kalb darvon entrent worden. Dafür habe sie ihren Sohn jedoch nicht ausdrücklich ver- antwortlich gemacht. Laut Rechtsgutachten von 1679 sollte Walser nur gefan- gen, nicht jedoch gefoltert werden. Er wurde erst am 10. April 1680 verhaftet und am fol- genden Tag an die Folter geschlagen, wo er - laut einer späteren Eintragung - zwei Vaterunser lang hing. Neben den üblichen Geständnissen gab er an, der Teufel habe ihm schwarze Erbsen gegeben, um das Vieh 
damit zuver- zaubern und zuverdörben. Seiner Mutter wollte er ein ro- tes Schwein, ein Ferkel, ein Schaf und mehrere Kälber mit den Erbsen magisch geschädigt haben. Weiters hätte er Matthias Hopp ein 
Ross mit pulver verdörbt sowie Kas- par Schreiber zwei Schweine durch vergiftetes 
Futter zu schänden gericht. Die 28 Personen, die Walser ursprüng- lich als Komplizen angegeben hatte, liess er 
später durch den beicht vatter widerrufen. 
Nach seiner Hinrichtung scheinen seine Mutter und seine Erben in der Konfiskationsliste vom 11. Mai 1680 mit 250 Gulden auf. Daniel dürfte also noch nicht verhei- ratet und der jüngere Bruder der Johanna Walserin, Ehe- frau Martin Hopps in Mauren, gewesen sein. CHRISTIAN NEGELE AUS VADUZ, EHEMANN DER ANNA HOPPIN; VETTER GEROLD NEGELES UND NEFFE DES KAPLANS GEROLD HARTMANN AUS SCHAAN (SRg, fol. 109a-117b; StAAug 2969, fol. 50a; StAAug 2971, fol. 45a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 7 u. 11) Über Negele liegen keine Inquisitionsakten vor. Nachdem er 
1679 von denen lezt verbrenten 12 mahl seye denun- cirt worden war, hatte 
er bey den lezt geführten proceß sich flüchtig gemacht, weil sowohl sein Vater als auch sein Bruder verhaftet worden waren und ihn letzterer de- nunziert hatte. Christians Witwe Anna Hoppin erklärte später, der Land- vogt Dr. Brügler habe ihren Mann abholen wollen und ihn schon vor dem Haus als Hexenmeister 
herausgerufen. So hat er sich erschöckhen lassen und nit gewist, dem ge- walt ein widerstandt zu thuen. Er floh daraufhin aus dem Land. Als er wieder nach Hause kommen wollte, sei 
er zu Veldkirch verkundschafftet und zur gefänkhnus gebracht worden, warauß er sich ledig gemacht und bald gar ent- runen wäre. Negele wurde am 3. April 
1680 constituirt und examinirt. Da er gütlich nichts einbekennen wollte, 
wurde er 2 oder 3 vatter unser oder aufs längste ein miserere lang ent- hebter von der erde an die Folter gehängt. Dabei folterte man ihn - laut Aussage seiner Witwe - so grausam, dass sie es selbst aus dem Schloss Vaduz heraus bis in den Weingarten gehört hatte. Negele legte unter der Folter nicht nur das gewöhnli- che Geständnis ab, sondern gab auch 32 Komplizen an. Unter anderem erklärte 
er, die Johanna Kranzin sege ein wolgeklaydte und. fürnemme dama gewesen. Er habe mit anderen Hexenpersonen zusammen einen solchen Wind erzeugt, dass grosser Schaden entstanden sei, und in Schaan schaden an den trauben verursacht. Laut Prozessopferliste von 1682 wurde Christian Ne- gele 1680 hingerichtet. Später beklagte sich die Witwe samt ihren drei Kindern vor der kaiserlichen Kommission über 
die unbilliche Kon- fiskation 
und die leichtfärtige verschreyung meines maus. Die eingezogene Summe belief sich auf 250 Gul- den. 175
        

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