Als Bürkle ein anderes Mal mit Conrad getrunken hat- te, fing dieser ebenfalls an zu 
schwitzen, daß ihme die tropffen im angesicht gestanden. Auch damals redete und gestikulierte er so 
seltsam, alß wan der teuffei gegenwärt- ig wäre. Der nächste Zeuge, Thomas Walser, gab zu Protokoll, dass Conrad nach einem eingenommenen Trunk anfing zu zittern, zu schwitzen, zu weinen und 
zu iämern, als wan der teüffel vor ihme stundte. Andreas Conrad wurde 1679 gefangengenommen und durch die Tortur zu einem Geständnis der Hexerei ge- zwungen, das er später zurücknahm, nach einer weiteren Folterung jedoch bestätigte. Die angegebenen Komplizen widerrief Conrad vor seiner Hinrichtung. Laut Liste vom 1. April 1680 wurden von seinem Besitz 2 400 Gulden konfisziert. Darüber beklagten sich später Conrads Söhne Andreas und Christian sowie sein Schwiegersohn Georg Anger samt den anderen zehn Ge- schwistern bei der kaiserlichen Kommission. Man habe ihren 
Vater in diser ellendt eingezogen und hingericht und die 
[unterlassenen weisling durch die harte Konfis- kation in den bettel gestürzt. Die Schergen hätten noch am selben Tag, als der Vater hin weggeführt wurde, alles inventarisiert und die gesamte Barschaft, Silber sowie Gold mitgenommen. Noch vor dem Tod des Vaters habe man schon den grösseren Teil der 13 Stück Vieh, Heu, Gewand, Tischzeug, Geschirr und ähnliches abgeholt. Ein Fass Wein wurde in Feldkirch verkauft. Darüber hinaus sollte die Familie der Obrigkeit noch 2 000 Gulden erstat- ten. 
BEI DEN VADUZER PROZESSEN VON 1680 HINGERICHTETE PERSONEN ERSTE PROZESS-SERIE KATHARINA D1NTLIN AUS SCHAAN, EHEFRAU DES PULVERMACHERS MATTHIAS BECKS (SRg, fol. 133a-136a; StAAug 2969, fol. 48a; StAAug 2971, fol. 34a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 8 u. 11; Welz 1, S. 35) Katharina Dintlin wurde dreimal (laut Dr. Welz sechsmal) denunziert. Ihr Vater, dessen Bruder, ihre Stiefmutter, ihr Bruder und dessen Kinder 
waren vomfeür verzehrt wor- den. (Die Verbrennung ihres Mannes ist nicht erwähnt.) Bei einer Inquisition am 29. Juni 1676 erklärte Anna Ma- ria Lampartin, dass sie einmal mit einer anderen Nach- barin vor dem Haus der 
Dintlin im haimbgarten gesessen sei. Da ging Elisabeth Hartmannin vorüber und antworte- te auf eine entsprechende 
Nachfrage, sye müesse ihr rind suechen, so sye schon 3 tag und 3 nacht verlohren. Die Dintlin meinte 
daraufhin, sye solle nur hingehen, sye werde ihr rind auf der Schauer wisen todt finden. Von der Tochter der Hartmannin erfuhr die Lampartin später, dass dies tatsächlich der Fall gewesen war. Die Dintlin un- tersagte ihr daraufhin, die Geschichte mit dem Rind wei- terzuerzählen. Deshalb und weil sie 
ohnehin in bösen geschrey stehe habe die Lampartin die Dintlin verdäch- tigt, den Tod des Rinds verursacht zu haben. Dr. Welz sprach sich schon im Rechtsgutachten vom März 1679 für eine Gefangennahme der Dintlin aus. Sie wurde aber erst im April 1680 gefangengenommen und examiniert. Dabei gestand sie das Verbrechen der Hexerei, nachdem sie zweieinhalb Stunden ins Spanische Fusswasser gesetzt worden war. Sie erklärte unter ande- rem, dass sie zusammen mit Maria Wagnerin dem Stoffel Quaderer ein Rind und vor zwei Jahren im Herbst dem Schmied Endterlin Andre Conrad, Bartlins Sohn, ein braunes Kalb mit der Teufelssalbe verdorben hätte. Ka- tharina Dintlin wurde 1680 hingerichtet. Ihre Kinder Michael, Anna, Maria und Katharina Beck er- klärten, dass die Familie 300 Gulden Konfiskationsgeld zahlen musste. 50 Gulden wurden 
bald gelifert, so dass in der Übersicht vom 11. Mai 1680 nur noch 250 Gulden an- geführt sind. Die Gerichtsleute hätten schon zwei Kühe aus dem Stall holen lassen, noch ehe die Dintlin exami- niert worden sei und gestanden 
habe, woraus ja handt- greißich zueverspüren, das der ambtleuthen begürd auf 174
        

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