Dem nächsten Zeugen, Jakob Weinzierl, hatte Beck mit einer Klage gedroht, weil er von ihm das Gerücht verbrei- tete, er habe Weinzierls 
Schwester krumb und lamb ge- macht. Georg Anger und Hans Ulrich Willi bezeugten, dass Beck dem Anger ein Glas Wein angeboten habe, 
das oben auf weiß schleimig und schmuzig gewesen sei. Hans Negele erklärte nur, dass er einmal einen Trunk abgelehnt habe, den ihm Beck angeboten hatte. Das galt allem Anschein schon als Bestärkung des kursierenden Verdachts. Hans Öhre machte Beck für eine Krankheit verant- wortlich, die er durch sein Zutrinken bekommen habe. Gegen Öhre sprach, dass auch andere Leute aus demsel- ben Glas getrunken hatten, ohne dass sie erkrankt waren. Die Witwe Maria Knechtin legte laut Dr. Moser sehr unglaubwürdige Umstände dar. Margaretha Winnewiserin erklärte, dass Beck einmal voller weiß nach Hause gekommen sei und ihr erzählt habe, waß wunderliche begegnussen er underweegs mit ainen pockh und anders gehebt. Laut Dr. Welz konnte sich Beck 
rühmen, daß in diesem ganzen protocollo wider keinen größere, schwärere und haüffigere clagen eingekommen sind. Da 15 beeidigte Zeugen gegen ihn aussagten,663 ging der Gutachter auf die einzelnen Vorwürfe gar nicht mehr ein. Während für Dr. Moser sämtliche Angaben der Zeugen nicht einmal für eine Verhaftung ausreichten, erklärte Dr. Welz, dass Beck wegen 
des so offt begangenen veneficy und ermördung anderer unschuldiger leülhe und eigner dienslbotten, auch öffentlich gebrauchter zauberey dergestalt überwie- sen ist, daß [man] wider disen höllenbrand. die justitia. vor andern zu insurgiren und wider ihne mit strengem recht nach seinen meriten zu verfahren haben wirdt. Michael Beck wurde am 15. März 1679 gefangenge- nommen. Unter der Folter gestand er, dass er verschie- dene Personen auf zauberische Weise getötet habe: die Ehefrau des Haug Kranz mit Birnen; Ursula Weinzierl mit einer Substanz, die ihm vom bösen Geist gegeben worden sei 
und einer schwarzen latwergen gleich gesehen hätte; sowie seinen Knecht Hans Walch mit einem Käse. Ausser- dem habe er dem Hans 
Conrad an vich geschadet, weil dieser seine Schulden nicht bezahlen wollte. Obwohl er ursprünglich eine grosse Menge von Hexentanzplätzen und Komplizen angeführt hatte, liess er letztere später durch den Beichtvater widerrufen. Beck wurde zum Tod verurteilt und hingerichtet. In der Konfiskationsliste vom 1. April 1680 ist ange- führt, dass von seinem 
Vermögen nichts zu hoffen war. 
KASPAR BECK AUS SCHAAN, SOHN HANS BECKS (SPÄTERER EHEMANN DER MAGDALENA LAMPARTIN), HALBBRUDER MICHAEL BECKS; EHEMANN DER SUSANNA KAUFMANNIN (SRg, fol. 207a-210a; StAAug 2969, fol. 49a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 16 u. 20; Welz 1, S. 39 f.) Wie bereits bei seinem Halbbruder Michael Beck ange- führt wurde, waren Kaspar Becks Eltern, zwei seiner Brü- der, zwei Schwestern 
und eilich ander Verwandte ver- brannt worden. Fünf Delinquenten bei Hexenprozessen hatten ihn auf der Folter denunziert. Über Kaspar Beck wurde am 10. Juli 1677 inquiriert. Der erste Zeuge war Christoph Quaderer, der zu Beck gesagt hatte, daß einer nit vil werth sein künde, deme man vat- ter und muetter verbrent. Ihm soll Beck ein Kalb verzau- bert haben, so dass es an drei 
Stellen schwarz befunden worden sei. Hans Dressel beteuerte, Beck habe seinen Stier bezaubert und Kühe getötet. Der Verdacht gründete auch auf der Tatsache, dass Beck den Stier ohne Wissen und Erlaubnis des Eigentümers aus dem Stall genommen hatte. Der dritte Zeuge, Thomas Walser aus Schaan, gab zu Protokoll, Beck sei einmal zu ihm in den Stall gekom- men und habe seinen Kälbern über den Rücken gestri- chen. Am Tag darauf bekam ein Tier so viele Läuse, dass sie ihme bühel wie baumnuß auffgefreßen hätten und es nach sechs Tagen verendete. Drei Tage darauf folgte ein zweites Kalb. Am 19. März 1679 wurde Beck gefangengenommen. Da er nichts freiwillig einbekannte, wurde er am folgenden Tag an die Folter geschlagen. Dort gestand Beck die Hexe- rei. Die denunzierten Komplizen liess er durch den Beichtvater widerrufen. Dr. Moser kritisierte später die suggestiven Fragestel- lungen des Landvogts Dr. Brügler. So wollte dieser wis- sen, ob Beck auf den Hexentänzen nicht gehört habe, dass sich jemand rühmte, die Ehestreitigkeiten der gräflichen Herrschaft verursacht zu haben. Beck wurde 1679 hinge- richtet. In der Konfiskationsliste vom 1. April 1680 belief sich die Summe, die Becks Erben zu erstatten hatten, auf 350 Gulden. ANNA REINBERGERIN AUS VADUZ (SRg, fol. 199a-202b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 15 u. 20; Welz 1, S. 33) Anna Reinbergerin wurde von vielen Leuten für eine Hexe gehalten und bei den Prozessen viermal als solche denun- ziert. 168
        

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