«DER TEUFEL UND DIE HEXEN MÜSSEN AUS DEM LAND ...» / MANFRED TSCHAIKNER für ainen bidersman hielte, so mainte er, daß es inquisi- tus gethan, lachte Gassner nur und sagte nichts dagegen. Ausserdem habe es einmal, als Negele zusammen mit Thomas 
Gassner in die alp gefahren, ein groß tonner: und haglwetter gehabt. Später wurden sie von Michael Gass- ner gefragt, ob es auch bei ihnen geregnet habe. Als sie die Frage bejaht hatten, sagte Michael auffälligerweise nichts mehr. Michael Gassner, Vater von fünf kleinen Kindern, floh vor seiner Gefangennahme. Von der geplanten Konfiskations- summe, die sich auf 50 Gulden belief, konnte nichts ein- getrieben werden. Der kaiserlichen Kommission gegenüber erklärten Mi- chael und sein Bruder Florian Gassner, ihre Mutter habe sich einst zu Ammann Wolf begeben, nachdem sie von den Leuten erfahren hatte, dass ihre Söhne verschrien waren. Bei der zweiten Vorsprache habe ihr der Ammann im Vertrauen mitgeteilt, dass diese belastet seien. Als die- se das hörten, waren 
sie gantz sehr erschockhen und uns die sach unbekhant für komen, das mir sotten in ainen solchen eilenden standt sein. Florian suchte daraufhin bei den Kapuzinern zu Mels Rat. Sie erklärten aber nur, sie wisen den grosen gewalt gar wol, sie konen ihne selbst nit u[e]rstehen. Schon am nächsten Tag kamen vier Mann und führten Florian als Hexenmeister gefangen zum Schloss. Nach- dem sie bereits eine Stunde lang unterwegs gewesen waren, gelang ihm 
jedoch aus schickhung gottes die Flucht. In der folgenden Zeit sei 
er in dem ellendt her- umbgangen. Aus schreckhen floh auch Michael Gassner am selben Tag, als sein Bruder gefangengenommen wor- den war. In den erhaltenen Unterlagen sind die 
beiden landtsßüch- tigeln] mit einer Konfiskationssumme von zusammen 120 Gulden vermerkt. (70 Gulden entfielen dabei auf Florian.) Nach eigenen Angaben sollten von ihnen 125 Gulden ein- gezogen werden. In den Akten des Staatarchivs Augsburg befindet sich ein Ansuchen Michael Gassners vom Triesenberg, der im Stift Einsiedeln in Arbeit stand. Er bat darin 1680 um die Erlaubnis zur «Rückkehr in die Heimat».654 FLORIAN GASSNER VOM TRIESENBERG, BRUDER MICHAEL GASSNERS (Vgl. oben) 
MARTIN BECK VOM TRIESENBERG655 (SRg, fol. 276b+277a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 20) Bei einer Inquisition sagte Sebastian Beck über Martin Beck nur aus, was er vom Hörensagen wusste. ULRICH WEISS, WIRT IN BALZERS656 (SRg, fol. 269b-271a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 20; Welz 5, S. 10 f.) Weiss wurde 
dreizehnmal von hingerichtet! persohnen denunziert. Er soll sich dreimal bei Hexenversammlungen als ein spillman oder geiger gebrauchen lassen haben. Seine Mutter und die Mutter seiner Ehefrau waren als He- xen verbrannt worden. 
Er werde von yederman vor einen hexenmaister angesehen. Obwohl man ihm das vorge- worfen hatte, habe er sich doch nie dagegen zur Wehr ge- setzt. Dass 
er auff beschehenes schellen sich darwider nie gesezzet, führte man auf sein schlechtes Gewissen zurück. Dr. Welz sprach sich im November 1680 für die Verhaf- tung des Wirts aus, obwohl seiner Meinung nach recht wenige Indizien vorlagen. KATHARINA NIGGIN AUS BALZERS, WITWE CHRISTIAN STEGERS (SRg, fol. 276a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 20) Bei einer Inquisition wurde sie von Jakob Willi bezichtigt, durch Zauberei einige Schäden verursacht zu haben. Die Anschuldigung wurde vom Vaduzer Gericht nicht wei- ter verfolgt. 650) Ebenda, fei. 71a-72b. 651) Vgl. S. 23 f. 652) SRg, fol. 233b. 653) Örtliche Zuordnung durch die Herkunft des Zeugen. 654) StAAug, Fürststift Kempten, Hohenems.-Repert. Nr. 2026 (Sammelakt Triesen und Triesenberg). 655) Örtliche Zuordnung auf Grund des Zeugen Sebastian Beck, der mehrmals in dieser Funktion am Triesenberg nachgewiesen ist. 656) Büchel, Protokolle, S. 137 f. u. 140. 163
        

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