MONIKA KÖCHIN AUS SCHAAN (SRg, fol. 266b-268a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 20; Welz 5, S. 8 f.) Die Köchin wurde im letzten Prozess denunziert. Ihre Mutter war verbrannt worden. Am 17. und am 20. März 1680 fand eine Inquisition über sie statt, bei der Thomas Walser als erster Zeuge aus- sagte. Dabei bezog er sich auf ein vierjähriges 
Kind, als wan deme waß von der inquisitin widerfahren wäre. Der zweite Zeuge wurde nicht namentlich erwähnt. Er ver- dächtigte die Köchin, die bei ihm im Haus wohnte, des Milchdiebstahls, ohne dass er ihn beweisen konnte. Er habe in seinem Zorn 
gesagt, er wolle, daß der donner und hagl die hex erschlueg, die ihme die milch nembe. Der dritte Zeuge, Adam Walser, gab zu Protokoll, dass die Köchin ihn und seine Leute gewarnt 
habe, wan sye die kölber nit aus der bündt thuen, wolle sye solche schon daraus bringen. Daraufhin seien ihm drei 
Kälber nach und nach verreckt. Adam Walser wurde später noch ein- mal am 23. November 1680 einvernommen. Dr. Welz sprach sich unter anderem wegen 
der leichtferti- gein] bezeügung ihres gemüths bey Verbrennung der mu- ter für ein Vorgehen des Gerichts gegen die Köchin aus. RONI TSCHETTER AUS SCHAAN (SRg, fol. 268b-269b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 20; Welz 5, S. 9 f.) Über Tschetter wurde am 20. März 1680 inquiriert. Die Zeugen Hans Conrad, Bärtlins Sohn, und Adam Kauf- mann konnten ihn laut Dr. Moser nicht belasten. Als ihn die Beckhischen mit «Hexenmeister» und mit ähnlichen Worten auffgezogen hätten, habe er sich dagegen ordent- lich gewehrt. Am 23. November 1680 fand erneut eine Inquisition statt. Dabei sagte Stoffel Quaderer aus, Tschetter und seine Frau 
seien erschrockhen, da viel männer vor ihrem hauß gewesen und hinein begehrt hätten. Christian Con- rad erklärte, dass er nicht soviel schmalzen könne wie die Ehefrau Tschetters, die drei oder viermal mehr Schmalz erzeuge, obwohl sie nicht mehr Kühe habe als er. Da er aber nach dem Gebrauch von geistlichen Mitteln nicht nur wieder ordentlich schmalzen konnte, sondern nun Tschetters Ertrag zurückging, glaubte Conrad, dass dieser an vorigem abgang des Schmälzens schuldig sey. Für Dr. Welz waren die vorgebrachten Angaben im No- vember 1680 nicht ausreichend für die Einleitung eines Gerichtsverfahrens. 
BARBARA BLENKIN AUS SCHAAN, TOCHTER ULRICH BLENKS UND DER MARIA WAGNERIN;643 EHEFRAU BARTHOLOMÄUS KAUFMANNS (SRg, fol. 274b-275b; VLA, HoA 76,1 7 Liste von 1682, S. 20) Sie wurde neunmal denunziert. Bei der Inquisition erklärte Hans Georg Fromolt, dass die Blenkin einmal ohne erkennbaren Anlass zuhinterst in seinen Stall gekommen 
sei; da hetten seine 2 küe wider geloffen, so acht tag continuirt, biß er geistliche mittl ap- plicirl. Landammann Wolf gab zu Protokoll, er habe die Blenkin vor vier Jahren am St. Johannestag im Sommer bei ihrem Haus in der Früh um ihren Misthaufen herum- gehen sehen, als ob sie junge Hühner einfangen wollte. Schliesslich habe sie sich gebückt, vier oder fünf Stroh- halme aufgehoben und sei dann ihrem 
Haus zuegeloffen. Bei weiteren Aussagen bezog sich Wolf nur auf Ängaben des Mesners. Über diese Anschuldigungen holte das Vaduzer Gericht kein Rechtsgutachten ein. BARBARA NEGELIN AUS SCHAAN (SRg, fol. 275b+276a; VLA, HoA 76.1 7 Liste von 1682, S. 20) Als einziger Zeuge bei der Inquisition über sie scheint Thomas Walser auf, der mit ihr verfeindet war. Das Vaduzer Gericht holte auch über die Negelin kein Rechtsgutachten ein. ANNA FROMOLTIN AUS SCHAAN644 (SRg, fol. 282a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 20) Christian Conrad, Hansen Sohn, erklärte bei einer Inqui- sition gegen die Fromoltin, mit der er 
einmal wegen eines trabs und weegs über einen ackher in zanckh gerathen seye, er vermute Zauberei dahinter, dass sie darauf mehr ernten konnte als er. Auch über diesen Fall holte das Vaduzer Gericht kein Rechtsgutachten ein. 160
        

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