Laut Prozessopferliste von 1682 wurde gegen sie - wie Dr. Welz in seinem Gutachten empfohlen hatte - nicht prozes- siert. SIMON NIGG AUS TRIESEN, BRUDER MARTIN NIGGS, DES RÄDERMACHERS, WOHL EIN SOHN GEORG NIGGS (SRg, fol. 236b+237a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 18; StAAug 2969, fol. 48a; StAAug 2971, fol. 18a; Welz 1, S. 54) Simon Nigg wurde mehrmals denunziert. Seinen Bruder Martin Nigg, Rädermacher in Triesen, verbrannte man 1680. Auch der Bruder des Vaters war auf diese Weise hingerichtet worden; Simons Vater stand in schlechte- stem Ruf. Über Simon Nigg wurde am 6. August 1677 inquiriert. Dabei erklärte Christian Beck, Simon Nigg und sein Bru- der Martin 
hätten wider den landtvogt Prügler ge- schmückt und selben iniurirt. Weiters gab Hans Kindle zu Protokoll, dass Simon bestimmte Witterungen vorherge- sagt habe, die tatsächlich eingetroffen seien. Obwohl auch Dr. Welz Nigg verdächtigte, an den Vorberei- tungen magisch erzeugter Unwetter beteiligt gewesen zu sein, schlug er im Gutachten vom März 1679 eine milde Vorgangsweise gegen ihn vor. Man sollte ihn befragen, woher er seine calender machen gelernet. Davor war Nigg 
jedoch auf vilfältig öffentliches antrohn der gefankhnus und uf mahnung des weibs und gueter fründen (nach dem exempl anderer entwichner) aus dem land entloffen. Wie auch aus der Konfiskationsgelderliste vom 11. Mai 1680 hervorgeht, sollte seine Familie 100 Gulden 
bezahlen. Die zum fahen. scheiter häufen ufzu- richten und zu anderen dergleichen geschafften verord- nete vermochten jedoch bei Niggs Frau und seinen vier Kindern nur zehn Gulden aufzutreiben. Dabei hatte man der Ehefrau trotz ihres Bittens und Weinens alles Holz vom Haus weggeführt. N. SPIESIN AUS TRIESEN,627 EHEFRAU JAKOB SCHURTIS (SRg, fol. 244a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 18; Welz 1, S. 57 f.) Ihre Urgrossmutter und Grossmutter mütterlicherseits sowie deren Schwester waren verbrannt worden. Ihre Mutter 
war entwichen. Über die Spiesin wurde am 28. Jänner 1679 inquiriert. Die beiden Zeugen, die Ammänner Georg Wolf und Kas-par 
Schreiber, erklärten, die Spiesin habe die Jäger, die vor einiger Zeit öfters einen Wolf verfolgt hatten, ausge- lacht und zu ihnen gesagt, man werde ihn nicht fangen, denn er stelle sich in eine hohle Buche oder Tanne und lasse seine Verfolger vorbeigehen. Für Dr. Welz bildete diese Aussage einen Grund, die Spie- sin zu verhaften und zu befragen. Für eine Folterung reichte das Indiz jedoch nicht aus. Mehr ist nicht bekannt. JAKOB PANZER AUS TRIESEN,628 SOHN STEFAN PANZERS; EHEMANN DER MARTA NEGELIN (SRg, fol. 244b-245b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 18; Welz 1, S. 58) Über Jakob Panzer und seine Frau Marta wurde am 25. Jänner 1679 inquiriert. Dabei sagte Leonhard Kindle manches aus, was er nur gehört hatte. Darüber hinaus gab er zu Protokoll, seine Buben hätten 
einmal den pockh aus dem stahl und selbigen kurzweil halber springen las- sen, wobei Panzer und seine Frau zusahen. Als daraufhin der Bock an den Hinterbeinen lahmte und nur durch geistliche Mittel wieder geheilt werden konnte, wurde das Ehepaar dafür verantwortlich gemacht, da schliesslich ausser ihm keine fremde Person dem springenden Tier zugesehen hatte. Dr. Welz erklärte im März 1679, dass bei dieser Voraus- setzung eine Verhaftung nicht angebracht sei, zumal auch das Ehepaar Panzer stets in gutem Ruf lebte. MARJAi629 NEGELIN, EHEFRAU JAKOB PANZERS AUS TRIESEN630 (Vgl. oben) HANS GASSNER VOM ROTABODA AM TRIESENBERG, SOHN DER MARIA SCHLEGLIN, BRUDER DER MARGARETHA GASSNERIN (SRg, fol. 172a; Welz 1, S. 23-25; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 12) Über Hans Gassner wurde durch Landrichter Dr. Christi- an und Landvogt Köberle am 3. März 1667 inquiriert. Da- bei erklärte Hans Büehler,631 dass ihn die Nachbarn für den Tod von vier Kälbern verantwortlich machten. Dr. Welz sprach sich 1679 gegen eine Folterung aus. 156
        

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