MAGDALENA WALSERIN AUS SCHAAN620, EHEFRAU HANS BECKS, MATTHIAS' (THEISSEN) SOHN621 (SRg, fol. 204a-205a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 15; Welz 1, S. 35 f.) Die Walserin wurde zweimal denunziert. Sie stand im Verdacht, weil ihre Grossmutter, Mutter, deren Schwester und auch ihre eigene Schwester als Hexen verbrannt wor- den waren. Über Magdalena Walserin wurde am 7. Juli 1676 inqui- riert. Was dabei Eva Gantnerin aus Schaan zu Protokoll gab, unterscheidet sich in den Aufzeichnungen des Salz- burger und des Lindauer Rechtsgutachtens sehr stark. In ersterem heisst es, die Walserin habe einmal, als sie die Gantnerin besuchte, gesagt, sie werde wohl gut schmal- zen können, denn sie habe eine vorzügliche Kuh. Danach sei das Tier drei Wochen 
lang von der milch khommen, bis man geistliche Mittel einsetzte. Laut Dr. Welz habe die Walserin zur 
Gantnerin, deren kuh schon 3. wochen die milch hinwegkommen, gescherzt, daß sie werde wohl schmalz bekommen, indem sie eine gute kuh habe. Für den Lindauer Gutachter reichte im März 1679 der Sachverbalt, den die Gantnerin angegeben hatte, nicht für eine Gefangennahme aus. Über die Walserin liegen keine weiteren Prozessunterlagen vor. MICHAEL BECK AUS SCHAAN, SOHN DES PULVERMACHERS MATTHIAS BECK (SRg, fol. 206b+207a; StAAug 2971, fol. 34a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 15; Welz 1, S. 38) Über Michael Beck wurde am 30. Juli 1676 inquiriert. Dabei machte ihn Roni Tschetter für den Tod eines Viehs verantwortlich, weil Beck davor gedroht 
hatte, er woll ihm schon einen andern dienst thun. Tschetter konnte aber nicht sagen, ob Beck überhaupt in der Nähe des Tie- res gewesen war oder dieses sogar angerührt hatte. Als weiterer Zeuge sagte Enderli Conrads Sohn aus. Dr. Welz empfahl, weitere Indizien gegen Beck zu suchen und ihn dann gefangenzunehmen. Es liegen jedoch keine weiteren Prozessunterlagen vor. BERNHARD BECK, WIRT ZU SCHAAN (SRg, fol. 261a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 20) Über Beck wurde am 25. Februar 1679 inquiriert. Dabei gab Thomas Walser aus Schaan, der Sohn des gleichna- migen Vaters, zu Protokoll, dass er und seine Geschwister 
einmal zusammen mit Beck, dessen Bruder sowie dessen Schwester, die inzwischen hingerichtet worden waren, das Korn gejätet hatten. Als sie rasteten, sei Beck biswei- len verschwunden. An seiner Stelle sei dann ein Fuchs um die 
Geschwister herumbgehupffet. Kaum war das Tier verschwunden, sei Beck wieder hier gewesen. Diesen Vorfall erklärte Dr. Moser damit, dass Beck ins Korn gegangen sei und dadurch den Fuchs aufgescheut habe; möglicherweise habe er ihn sogar bewusst heraus- getrieben. MARGARETHA FROMOLTIN AUS SCHAAN, EHEFRAU SEBASTIAN STIGERS (SRg. fol. 213a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 16; Welz 1, S. 41 f.) Die Fromoltin wurde zweimal 
denunziert. Ihr Urana von der muetter seye alß ein hex bekant und besibnel, aber pr. 500 f. redimirt worden. Der Bruder und die Schwester ihrer Mutter sowie ihr eigener Bruder 
wurden der zaube- rey überwiesen und theils verbrennt, theils sonsten im carcere gestorben. Über Margaretha Fromoltin wurde am 10. Juli 1677 in- quiriert. Der erste Zeuge, Andreas Conrad, gab ein Ge- spräch mit ihr im Bofel (Kulturland südwestlich und nord- westlich des Dorfes622) zu Protokoll, das einem Geständnis der 
Hexerei gar nahe kompt, in dem sie sich dieser nach- dencklichen worien bedienet, am Banx nehme man sie nicht an, weilen sie daselbsten im ruff der hexerey stehe: und wann sie eine hex seye, soll man sie hieroben ver- brennen, wo man sie verbrennen soll. Die anderen Zeugen waren Hans Köchlin und Adam Parfuess. Beide belasteten die Fromoltin nach Meinung Dr. Mosers ebenfalls nicht. Laut Dr. Welz hatte ihr Kind herumerzählt, daß seine muter mauß machen könte. Das Lindauer Gutachten sprach sich dafür aus, dass die Fromoltin zwar gefangen, jedoch nur ohne Folter einver- nommen werde, bis weitere Indizien gegen sie vorlägen. Gemäss Prozessopferliste von 1682 wurde gegen sie nicht prozessiert. MARIA HOPPIN, GEBÜRTIG AUS VADUZ, EHEFRAU GEORG NEGELES IN SCHAAN (SRg, fol. 213b-214b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 16; Welz 1, S. 42 f.) Nächste Verwandte der Hoppin waren wegen Hexerei verbrannt 
worden. Ihr urana aber hette sich pr. 1000 f. redimirt. Die Hoppin selbst wurde einmal denunziert. 152
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.